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Professur Byzantinistik

Der Heilige Berg Athos mit dem Kloster Stavronikitα
Der Heilige Berg Athos mit dem Kloster Stavronikitα
Bildquelle: Manolis Marudis Ulbricht (Juni 2016)

Willkommen bei der Berliner Byzantinistik!

Die Byzantinistik als Fach ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Geschichte, Literatur, Sprache, Kunst und (den) Religion(en) des Oströmischen Reiches. Dieser Teil des Imperium Romanum ging 476 nicht unter, sondern erlebte bis 1453 mit seiner Eigenbezeichnung Romanía eine wechselvolle Geschichte. Erst dann wurde dessen Hauptstadt Konstantinopel oder: Nova Roma Constantinoupolis, archaisierend Byzantion genannt, von den Osmanen erobert und ist nun weithin als İstanbul bekannt, was „In-die-Stadt“ bedeutet.

Die Teilbereiche des international und interdisziplinär ausgerichteten Faches werden in Forschung und Lehre umfassend vertreten; der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Literaturwissenschaft. Byzantinistik kann demnach als ein Bindeglied zwischen der Altgräzistik und der Neogräzistik beschrieben werden, aber auch die Beziehungen der mittelalterlichen griechischen Kultur zu den Arabern, den christlichen Orientalen – wie den Armeniern und Kopten –, den Juden und den orthodoxen Slawen stehen im Zentrum von Forschung und Lehre. Das Fach ist deutschlandweit nur an wenigen Universitäten vertreten. An der Freien Universität Berlin besteht demnach die singuläre Möglichkeit, alle Phasen der griechischen Literatur- und Sprachgeschichte von der Antike bis heute kennenzulernen. Brückenwissenschaft – so lässt sich der Anspruch der Byzantinistik am besten beschreiben. 

Die Berliner Byzantinistik vertritt ein selten verfolgtes Profil, nämlich die Beziehungen von Byzanz zum Nahen Osten und zwar von der Spätantike bis in die Frühe Neuzeit. Dies betrifft die Verhältnisse zum Islam, sei er religiös oder politisch aufgefasst, zum Judentum und zu den orientalischen Christen. Daher werden hier ebenso Quellen in arabischer, syrischer, hebräischer, koptischer, armenischer und georgischer Sprache studiert. Byzanz wird begriffen als Knotenpunkt, über den sich die Kulturen des Vorderen Orients mit dem entstehenden Abendland auf allen Ebenen austauschten. Hierzu gehört auch die Musik, der vielleicht lebendigste Teil des byzantinischen Erbes, der bis heute aktiv gepflegt wird.

Ein besonderes Anliegen der Berliner Byzantinistik ist es im Sinne des Zukunftskonzepts der Freien Universität Berlin, die an der Professur Byzantinistik betriebene Forschung nachhaltig in den ordentlichen Lehrbetrieb für die Studierenden zu integrieren. Durch diese Forschungsorientierte Lehre, etwa in Form von Forschungspraktika bereits im Bachelor- und Master-Studium, werden unsere Studierenden sowie Studierende der Nachbarfächer in interdisziplinärer Weise aktiv in Fragestellungen aktueller Forschungsprojekte einbezogen. Ziel ist es, die Studierenden an einer der stärksten Netzwerkuniversitäten Deutschlands möglichst frühzeitig an Methoden und Arbeitsweisen zukunftsorientierter Forschung heranzuführen. Wir vertreten auf allen Ebenen eine nachhaltige Verknüpfung von Forschung und Lehre!

 

Für die aktuellen Forschungsschwerpunkte an der Berliner Byzantinistik laden wir Sie ein, unsere Website zu besuchen. Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich bitte gerne an uns. Wir freuen uns auf Sie – sei es als Studierender oder als Gasthörer!