Vortrag in englischer Sprache.
Wie Georges Didi-Huberman formuliert, existiert künstlerisches Material als Nachleben, das das Ende der Epoche, die es hervorgebracht hat, überdauert und so „als Symptom und als Phantom seinen eigenen Tod“ überlebt. Dieser Vortrag betrachtet Gert als einen lebendigen, verkörperten Ort für ein solches phantasmatisches Nachleben der Hexe. Mit der Aussage „Ich bin eine Hexe“ eignete sich Gert diesen Begriff an – beladen mit Geschichten von Verfolgung, kolonialer Gewalt und geschlechtlich markierter Alterität. Was geschieht, wenn wir Gerts Impuls folgen und ihre Kunst – und groteske, feministische Performance im weiteren Sinne – als ein Nachleben der Hexerei betrachten?
Lindsey Drury ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) in Critical Dance Studies an der Freien Universität Berlin. Sie forscht zur Geschichte des Körpers und setzt sich dabei kritisch mit der Geschichte der Tanzanthropologie, den gesetzlichen Regulierungen von Tanz und Performance sowie der wissenschaftlichen Nutzung von Tanz und dem tanzenden Körper innerhalb kolonialer Theorien zum zivilisatorischen Fortschritt auseinander.
Der Vortrag ist Teil der VorlesungsreiheValeska Gert and her Afterlives. FU Berlin / AdK / DAAD: 20 Jahre Valeska-Gert-Gastprofessur.
Zeit & Ort
28.04.2026 | 16:00 c.t. - 18:00
Hörsaal
Institut für Theaterwissenschaft
Freie Universität Berlin
Grunewaldstr. 35
12165 Berlin
Weitere Informationen
Dr. Lindsey Drury
l.drury@fu-berlin.de

