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Wintersemester 2026/27

Best of Neue Musik

Best-of – die Phrase weckt Assoziationen an Hitparaden und wohl kaum an Neue Musik: diese radikal experimentelle Kunstform, die sich im Geiste der Avantgarden und teils bis heute als Bollwerk gegen Kanonisierung und Formen kultureller wie ökonomischer Verwertbarkeit versteht – und die doch ihre eigenen Kanones entwickelt und unsterbliche Held*innen hervorgebracht hat. Diese paradoxe Spannung eröffnet Fragestellungen, die uns durch das Seminar begleiten: Wie kann es ein Best-of einer Musikszene geben, deren Name, Programm und Währung ›das Neue‹ ist – und in der die Uraufführung den Klassiker und Innovation die Tradition schlägt? Wie funktioniert Kanonbildung in einer Kunstform, deren Gegenstand beständig altert? Und welche ästhetischen, institutionellen und gesellschaftlichen Prozesse entscheiden darüber, was einst in die Bestenlisten der Musikhistorie eingegangen sein wird?

Mit Ohrenmerk: Schreibwerkstatt Neue Musik

Eine Zusammenarbeit von inm / field notes, klangzeitort, dem gemeinsamen Institut der HfM Hanns Eisler Berlin und UdK Berlin, dem Seminar für Musikwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität (FU) Berlin und Positionen. Texte zur aktuellen Musik.
Die »Schreibwerkstatt Neue Musik« richtet ihr Ohrenmerk diesmal auf »Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2027«. Das Praxisseminar bietet eine Einführung in musikjournalistische Praxis und erkundet unterschiedliche Formen, über zeitgenössische Musik zu publizieren. Die klassische Musikkritik bildet dabei nur eine von mehreren Perspektiven. Neben kritischen Texten und Audiobeiträgen möchten wir diesmal auch kreatives Schreiben sowie Formen der Netzkultur (Memes, Reels) erproben. Ausgehend von den besuchten Konzerten können die Studierenden frei wählen, welche Form ihr eigener Beitrag annehmen soll. In Workshops mit Autor*innen, Journalist*innen und weiteren Gästen werden die Beiträge entwickelt, diskutiert und redaktionell begleitet. Eine Veröffentlichung der im Rahmen der Schreibwerkstatt entstehenden Arbeiten ist geplant.

UNTWELVING: Xenharmonic Spaces, Netzkulturen und mikrototale Komposition jenseits der Genres

Teamteaching mit Genoël von Lilienstern
UNTWELVING bezeichnet eine Praxis der De- und Rekonstruktion musikalischer Ordnungen – von Stimmungssystemen und Instrumenten über Genres und Wissensformen bis hin zu den Infrastrukturen, auf denen musikalisches Denken, Produzieren und Kuratieren beruhen. Untwelving versteht sich damit sowohl als musikalische Technik als auch als Praxis des Zerstückelns, Erweiterns und Neuzusammensetzens von Systemen: to untwelve.

ZU_HÖREN VER_LERNEN - eine etwas andere Gehörbildung

Mit den Ohren nehmen wir die Welt auditiv wahr – und Hören ist der Hauptsinn musikalischer Erfahrung. Das Englische unterscheidet hierfür präziser zwischen hearing und listening: zwischen physiologischem Hören und kulturell geprägtem Zuhören. Wie wir hören und was überhaupt als Musik, Klang oder Geräusch ist biologisch ebenso wie historisch, kulturell, medial und individuell geprägt. Die Übung versteht sich in diesem Sinne als eine etwas andere ›Gehörbildung‹: Im Sinne eines Undoing Listening geht es darum, eingeübte musikalische Hörweisen zu ver_lernen und das Ohrenmerk für andere Formen des Zu_Hörens zu sensibilisieren.

Aporien der Anwendung: Künstliche Intelligenzen in Geisteswissenschaften und Künste

Ringvorlesung im Rahmen des »Offenen Hörsaals« – gemeinsam mit: Elisabeth Korn, M.A., Thekla Neuß, M.A., Dr. Friederike Oberkrome, Dr. Helene Romakin, Till Rückwart, M.A., Alina Saggerer, M.A., Thore Walch, M.A