Gastvortrag von Drehli Robnik - Adoring the Idea, you are all Alain, Badiou can't escape the masses: Anmerkungen zur filmischen und politischen Reinigungsarbeit eines neoklassischen kommunistischen Denkers
Drehli Robnik (Wien) hält im Rahmen des Master-Kolloquiums von Prof. Dr. Dennis Göttel einen Vortrag zur Filmtheorie des französischen Philosophen Alain Badiou.
Alain Badiou sieht im ständigen Kampf mit der "Unreinheit" den Preis dafür, dass Film/Kino sich mit der wahrnehmbaren Alltagswirklichkeit einlässt. Womöglich ist Film/Kino auch Badious Trostpreis für Momente "demokratischer" Untreue in seinem Werk: dafür, dass er der Reinheit der Idee und der Autorität der Kunst nicht immer ganz treu bleibt. Und es ist ein Punkt, an dem seine heroistische Abjektion von Soziologie und Geschichte virulent wird. Dazu einige Gedanken mit Siegfried Kracauer, Hannah Arendt, Gilles Deleuze und ein paar Filmclips. Am Ende eine lose Sammlung von "Siegen"; fragt sich, für wen.
Drehli Robnik ist Kritiker und Theoriedienstleister in Sachen Politik, Film und Geschichte, sowie Edutainer und Disk-Jockey (Sonntag´sdisco) in Wien. Sein Doktorat stammt von der Universität Amsterdam (2007). Er hat Bände zu David Cronenberg, Siegfried Kracauer und Männergewalt im Domestic Thriller mitherausgegeben. Und Monografien veröffentlicht – zu Anti-Nazi-Filmen, zu Jacques Rancière, Kontrollhorrorkino, Pandemie-Spielfilmen und zu populärem Kino und Politik. Zuletzt erschienen: Flexibler Faschismus. Siegfried Kracauers Analysen rechter Mobilisierungen damals und heute (2024); und (mit Gabu Heindl): Nonsolution: Zur Politik der aktiven Nichtlösung (2024; englische Neufassung 2026). Ein Buch zu vorletzten Wahrheiten in der Politik ist in Fertigstellung.
Veranstaltungsbeginn: 14:00 Uhr c. t., 08.07.2026 im Seminarraum 031/032 (Institut für Theaterwissenschaft, Anbau)
