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Tassinari Projekt

 

Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen: Komponenten, Kompetenzen, Strategien

 (Dissertationsprojekt Maria Giovanna Tassinari)

1.   Fragestellung und Zielsetzung

Mein Promotionsprojekt geht aus folgenden Fragestellungen aus:

  1. Wie kann Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen wissenschaftlich begründet und praxisorientiert definiert werden?
  1. Welche sind die Bestandteile (Komponenten) von Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen?
  1. Welche Kompetenzen und Strategien gehören zur Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen?   
  1. Können Komponenten, Kompetenzen und Strategien von Lernerautonomie durch ein praxisgerechtes, dynamisches Autonomiemodell und durch Deskriptoren beschrieben werden?
  1. Können das entwickelte, dynamische Autonomiemodell und die Deskriptoren intersubjektiv validiert werden?
  1. Können das entwickelte, dynamische Autonomiemodell und die Deskriptoren in verschiedenen Lern- und Lehrzusammenhängen erfolgreich eingesetzt werden?

 

2.   Anvisierte Ergebnisse

Ergebnisse meines Promotionsprojektes sind:

  1. eine wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Definition von Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen;
  1. eine durch Experten intersubjektiv validierte Beschreibung von Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen durch ein dynamisches Autonomiemodell und Deskriptoren;
  1. ein Verfahren für die intersubjektive Validierung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren für Lernerautonomie;
  1. eine empirische Erprobung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren mit Studierenden und Lehrenden am Sprachenzentrum der FU Berlin.

 

3.   Relevanz des Themas

Lernerautonomie ist im heutigen Fremdsprachenlernen und –lehren eine Kernkompetenz. An der Kreuzung verschiedener fremdsprachendidaktischer Ansätze (kommunikativer Ansatz. Lernerzentrierung, Aufgabenorientierung) und bei einer sich schnell verändernden Lernlandschaft (u.a. verschiedene Lernvoraussetzungen, ‑bedürfnisse, -ressourcen) ist es notwendig, das Prinzip von Lernerautonomie eindeutig, ausführlich und praxisorientiert zu definieren. Die existierenden Definitionen sind uneinheitlich sowohl in den Ausgangsansätzen als auch in der Begrifflichkeit. Eine einheitliche, wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisorientierte Definition ist Voraussetzung für die Förderung von Lernerautonomie in veränderten Lern- und Lehrlandschaften.

4.   Methodisches Verfahren

Meine Forschung ist eine explorativ-interpretative Forschung und besteht aus folgenden Schritten:

1.      Literaturrecherche und -analyse;

2.      Erarbeitung einer Methode für die Entwicklung der Deskriptoren;

3.      Entwicklung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren;

4.      Pilotstudie;

5.      Validierung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren;

6.      Erprobung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren;

7.      Reflexion über den gesamten Forschungsprozess und die Rolle der Forscherin.

 

  1. Literaturrecherche und –analyse

In dieser Phase werden verschiedenen Literaturquellen unter folgenden Gesichtspunkten analysiert:

•        Definitionen von Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen: Zusammenfassung, Vergleich und Grundfragen;

•        Definitionen von Fremdsprachenlernen;

•        Definitionen und Klassifikationen von Strategien im Fremdsprachenlernen: Vergleich und Grundfragen.

 

Ergebnisse dieser Phase sind:

•        eine wissenschaftlich begründete Definition von Lernerautonomie;

•        Grundbereiche für die Beschreibung von Lernerautonomie;

•        für Lernerautonomie relevante Kompetenzen und Strategien.

 

  1. Erarbeitung einer Methode für die Entwicklung von Deskriptoren

In Anlehnung an die Methode des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen  wird eine Methode für die Entwicklung von Deskriptoren festgelegt. Die Deskriptoren sollen auf der Basis der Definition von Lernerautonomie und der Beschreibung von Strategien für Lernerautonomie anhand festgelegter Kriterien erarbeitet werden.

 

  1. Entwicklung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren

Die Entwicklung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren ist ein Schwerpunkt meines Promotionsprojektes. Auf der Basis der Erkenntnisse aus der Literaturanalyse (Phase 1) soll eine erste Fassung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren erarbeitet werden.

 

Die erste Fassung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren werden zuerst in der Pilotstudie (Phase 4) dann in der Hauptstudie (Phase 5) einem Validierungsverfahren unterzogen. Die Ergebnisse des Validierungsverfahrens werden in weitere Fassungen des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren eingearbeitet.

 

  1. Pilotstudie

Ziele der Pilotstudie sind:

  • •        Erkundung des Forschungsfelds Lernerautonomie im Fremdsprachenlernen anhand verschiedener qualitativen Forschungsinstrumente;
  • •        Entwicklung und Pilotierung eines qualitativen Verfahrens für die intersubjektive Validierung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren.

 

  1. Validierung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren

Das qualitative Validierungsverfahren für das dynamische Autonomiemodell und die Deskriptoren nimmt in meinem Forschungsprozess eine zentrale Rolle ein. Darauf, sowie auf die Ergebnisse der Literaturrecherche und –analyse, basiert die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit bzw. die Validität des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren.

 

Das qualitative Validierungsverfahren sieht Expertenbefragungen in Form von Expertendiskussionen vor. Die Expertendiskussionen sollen die Ergebnisse der individuellen Forschungs- und Entwicklungsarbeit (das dynamische Autonomiemodell und die Deskriptoren) überprüfen und absichern.

 

Die Daten der Expertendiskussionen werden aufgezeichnet, transkribiert und durch qualitative Inhaltsanalyse und Gesprächsanalyse ausgewertet. Außerdem werden die Expertendiskussionen evaluiert.

 

  1. Erprobung des dynamischen Autonomiemodells und der Deskriptoren

Das Autonomiemodell und die Deskriptoren werden mit Studierenden und Lehrenden am Sprachenzentrum der FU Berlin zu Zwecken der Selbsteinschätzung der Kompetenzen empirisch erprobt.

 

  1. Reflexion über den gesamten Forschungsprozess und die Rolle der Forscherin

Der gesamte Forschungsprozess und insbesondere die Rolle der Forscherin beim Validierungsverfahren und bei der Erprobung wird durch Forschungstagebuch und weitere Instrumente reflexiver Forschung reflektiert

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