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Rumänische Literaturen als integrativer Teil einer transnationalen Romanistik (BMBF-Projekt)

BMBF-Projekt Rumänische Literaturen als integrativer Teil einer transnationalen Romanistik

BMBF-Projekt Rumänische Literaturen als integrativer Teil einer transnationalen Romanistik

Das Gesamtziel des Projektes ist eine Integration der Rumänistik in das heute vor allem von den Sprachen und Kulturen des Westens bestimmte Fach der Romanistik. Die rumänische Literatur und ihre wissenschaftliche Erschließung wird im Kontext der aktuellen Debatten um den „transnational turn“ in der Literaturwissenschaft positioniert. Durch diese Integration in ein transnationales Paradigma — so unsere Überzeugung — wird die Rumänistik wieder an internationaler Sichtbarkeit und Relevanz gewinnen.

In einer Zeit, in der nationalistische Bewegungen versuchen, den öffentlichen Raum zu erobern, vollzieht das Projekt in der Literatur- und Kulturwissenschaft eine bewusste Wende vom Nationalen zum Globalen und unterstreicht auf diese Weise nicht nur die Bedeutung der rumänischen Sprache, Literatur und Kultur für unseres kulturelle Erbe, sondern entzieht sich auch bewusst eingeschliffenen Deutungsmustern von „Ost“ und „West“, „Nord“ und „Süd“. Durch diese Positionierung sollen neue Erkenntnisse in Bezug auf das Verstehen von Transnationalisierungs- und Globalisierungsprozessen gewonnen und auf die Rolle von Literatur und Kultur als Teil dieser Prozesse aufmerksam gemacht werden.

Das Forschungsprojekt wird die rumänischsprachigen Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts in eine globale Theorie und Geschichte der Avantgarden einschreiben und das dafür nötige theoretische und methodische Instrumentarium entwickeln. Das vielfältige Potenzial dieser bislang unterrezipierten Bewegungen für die literaturtheoretische und literaturhistorische Untersuchung globaler Phänomene und ihrer jeweiligen regionalen Ausprägungen wird exemplarisch herausgearbeitet und dabei gezeigt, dass die Rumänistik – wie auch andere „kleine“ philologische Fächer – für die Erforschung globaler Phänomene unabdingbar ist.