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"Poncianus" und "Die seven wijze mannen van Rome"

Titelblatt_Prosaedition

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News vom 07.07.2026

Mit einer Überlieferung in mindestens 32 Sprachen gilt die Historia septem sapientum Romae als eine der erfolgreichsten Geschichten der Weltliteratur und gehört zu den Top Ten der gedruckten Erzählliteratur bis 1800. Im niederländischen Sprachraum war der Roman wohl bereits seit dem 13. Jahrhundert verbreitet. Die beiden ältesten niederländischen Prosaversionen dieses Romans, eine Handschrift mit dem Incipit ›Poncianus die geweldige keyser‹ (nach 1475, P) und der Erstdruck Die seven wijse mannen van Rome, der 1479 bei Gheraert Leeu in Gouda erschien (SWM 1479), basieren unabhängig voneinander auf einer lateinischen Vorlage und erzählen eine Gerichtsverhandlung über eine #Me-Too-Klage der Kaiserin von Rom gegen ihren Stiefsohn, den sie der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. In beiden Versionen hatte die sterbende Mutter des Kaisersohns ihren Mann vor den Machenschaften einer zweiten Ehefrau gewarnt. Letztere fordert an aufeinanderfolgenden Tagen ihren Ehemann auf, den Täter und Thronfolger zu verurteilen und hinzurichten. Sieben Weise verteidigen ihn und illustrieren wie die Kaiserin ihre Plädoyers mit unterhaltsamen Exempeln.

Rita Schlusemann hat nun erstmalig eine kritische Edition der Prosatexte mit einem Stellenkommentar und einer synoptischen modernen deutschen Übersetzung vorgelegt. Beide Prosaautoren setzen eigene Akzente: P beginnt zum Beispiel direkt mit dem Erzähltext, während der Autor von SWM 1479 betont, wie vergnüglich und neu die aus dem Lateinischen in die Volkssprache übertragene Geschichte für die Leser sei.

Ein herzlicher Dank geht an den Publikationsfonds für Open-Access-Monografien und -Sammelbände der Freien Universität Berlin, der die größte Ko-Finanzierung für die Publikation leistete, und an die Frauenförderung der Freien Universität.

Die Edition erschien beim Erich Schmidt Verlag als Band 60 in der Reihe „Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit“ open access

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