Autorschaftsreflexionen in der Gegenwartsdramatik
Das von der DFG geförderte Projekt geht von der Beobachtung aus, dass gegen Ende des 20. Jahrhunderts und zumal am Anfang des 21. Jahrhunderts Autorschaftsreflexionen und dramenimmanente Bezugnahmen auf die empirischen Autor:innen in der Dramatik einen Aufschwung erfahren haben. Das Vorhaben wird deswegen Autorschaftsreflexionen in der Gegenwartsdramatik seit 2000 unter Berücksichtigung ihrer Vorgeschichte analysieren. Dies soll in einem Dreischritt geschehen: 1. Dramatische Autorschaftsreflexionen als Teil literarischer Selbstreflexivität und Verfahren der Autorinszenierung, 2. Geschichte dramatischer Autorschaftsreflexionen, 3. Autorschaftsreflexionen in der Dramatik seit 2000 – und zwar 3.1: deutschsprachig, 3.2: exemplarisch in weiteren Literaturen.
Zum Auftakt des Projekt findet vom 4.-7.3.2026 an der Freien Universität Berlin eine Auftakttagung statt, die Metareflexivität in der Dramatik vom letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zur Gegenwart in den Blick nimmt.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt ist Anton Bröll (M.A.)
Studentische Hilfskraft im Projekt ist Giulia Weis (B.A.)
Aktuelle Publikationen
Kai Bremer
"Ich find's zu GEIL!" Moritz von Uslars Pop-Theater der frühen 2000er Jahre, in: Text + Kritik 1/2026 (250: Moritz von Uslar), S. 35-44.
Chronologie, Schichtung, Korrektur: Heiner Müllers Nachlass als Herausforderung seines eigenen Werkverständnisses, in: editio 38 (2024), S. 215-226.
Das Ineinander von Roman und Autobiographie als Herausforderung für die Inszenierung. Panikherz auf der Bühne, in: Benjamin von Stuckrad-Barres Panikherz. Text – Poetik – Inszenierung. Hg. zusammen mit Lisa Czolbe und Jasmin Plewka. Berlin 2024, 249-271.
Wir reden und wissen nichts. Zur Renaissance des Kammerspiels im Gegenwartstheater, in: Textgerede. Interferenzen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Gegenwartsliteratur. Hg. v. David-Christopher Assmann und Nicola Menzel. Paderborn 2018, S. 213-225.
Müllers Erben? Zum Nachleben Heiner Müllers in der Dramatik nach 1995 (von Düffel, Kater, Peuckert), in: Material Müller. Das mediale Nachleben Heiner Müllers. Hg. v. Stephan Pabst und Johanna Bohley. Berlin 2018. S. 269-298.
Postskriptum Peter Szondi. Theorie des Dramas seit 1956. Bielefeld: Transcript 2017.
Anton Bröll
Wertschätzen [Zur Marginalisierung und zum Konzept des 'unvollständigen' Dramas im 20./21. Jh.], in: Lektionen: Neue Dramatik, hg. von Hannah von Sass, Berlin: Theater der Zeit 2025 (Lektionen 8), S. 149-156.
Klimakrise, Pandemie, Krieg und das fehlende Du. Krisenerfahrungen und -reaktionen in René Polleschs GEHT ES DIR GUT?, in: „Our house is on fire“. Theater / Drama / Theatertext und Klimakrise, hg. von Andreas Englhart, Artur Pełka und Hannah von Sass, Paderborn: Brill, Fink 2025 (Drama zwischen Text und Bühne 5), S. 261-273.
Ist „alles eigentlich schon vorüber“? Zukunftsperspektivierungen in Dramen von Thomas Köck, in: Zukünftigkeit im zeitgenössischen Drama und Theater, hg. von Paul Martin Langner, Julia Lind und Agata Mirecka, Paderborn: Brill, Fink 2025 (Drama zwischen Text und Bühne 4), S. 61-75.
Nach der Autorschaft ist vor der Autorschaft. Das Autorenfoto in Stuckrad-Barres Panikherz als Autorinszenierung und Paramedium mit werkpolitischen Funktionen, in: Benjamin von Stuckrad-Barres Panikherz. Text – Poetik – Inszenierung, hg. von Kai Bremer, Lisa Czolbe und Jasmin Plewka, Berlin: Peter Lang 2024 (Literarisches Leben heute 10), S. 219-248.
zus. mit Inken Ellerhoff: Nicht mehr „Vater Mutter Kind“. Zur Bewältigung eines familiären Verlustes: Wolfram Hölls Drama Und dann (2012) im Literaturunterricht, in: LiU Literatur im Unterricht 2023, H. 1, S. 49-60.
