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Ästhetische Strategien im Umgang mit Zensur und Journalprogrammatik. Untersuchungen zu Heinrich Heine, Heinrich Laube und Theodor Mundt (Arbeitsversion) - (Dissertationsprojekt)

Institution:

Institut für Deutsche und Niederländische Philologie - Neuere deutsche Literatur

Projektleitung:
Projektlaufzeit:
01.01.2022 — 31.12.2027
Ansprechpartner/in:
Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm

Hauptinhalt: Die Schriftsteller des „Jungen Deutschland“ mussten sich in ihrer journalistischen Arbeit mit einem doppelt determinierenden Rahmen auseinandersetzen: Zensur und Gesamtprogrammatik einer Zeitschrift bildeten ein sich häufig überschneidendes, komplexes Normengerüst, das in vielen Fällen dem politisch-publizistischen Programm der Autoren widersprach, das sie als Berufsschriftsteller in einem sich zunehmend professionalisierenden Literaturbetrieb aber nicht ignorieren konnten.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, vor diesem Hintergrund den ästhetischen Umgang dreier dieser Autoren – Heinrich Heine, Heinrich Laube und Theodor Mundt – mit den von außen oktroyierten juristisch-politischen und literarisch-publizistischen Anforderungen zu untersuchen und gleichermaßen die die Publikation begleitenden Verhandlungsprozesse nachzuvollziehen.
Leitend ist die These, dass der ästhetische Umgang sowohl mit der Zensurgesetzgebung als auch der Programmatik eines Journals zu bestimmten literarischen Verfahrensweisen bzw. Techniken des Wandels und der Anpassung führte. Ironie, Kontrafaktur, Überspitzung oder metaphorische Überformungen werden so als Möglichkeit verstanden, sich kritisch mit den Vorgaben staatlicher Meinungsbildung und journalistischer Programmatik auseinanderzusetzen. In diesem Sinne werde ich analysieren, inwiefern die Jungdeutschen diese Normen transformierten und welche ästhetikgeschichtlichen Implikationen sich daraus ergeben.
Das Projekt wird ferner zeigen, welchen Einfluss die spezifische Rolle, die die Autoren im Publikationsprozess einnahmen, darauf hatte. Dieses Fragenbündel soll die exemplarische Analyse ausgewählter Artikel aus Heinrich Heines Publikationen in Cottas Morgenblatt für gebildete Stände, Heinrich Laubes Texten in der Zeitung für die elegante Welt, deren Redakteur er 1833 wurde, und Theodor Mundts Beiträgen im von ihm gegründeten Literarischen Zodiacus leiten.