Literarische Modelle ökonomischer Vergesellschaftung Struktur- und Konfliktformen gesellschaftlicher Krise in Romanen von Kästner, Fleißer, Fallada und Brecht
Institut für Deutsche und Niederländische Philologie - Neuere deutsche Literatur
Michael H. Hauke (michaelhauke@zedat.fu-berlin.de)
Die Dissertation untersucht literarische Modelle ökonomischer Vergesellschaftung in vier Romanen der späten Weimarer Republik: Erich Kästners *Fabian* (1931), Marieluise Fleißers *Mehlreisende Frieda Geier* (1931), Hans Falladas *Kleiner Mann – was nun?* (1932) und Bertolt Brechts *Dreigroschenroman* (1934). Im Zentrum steht die Frage, wie diese Texte ökonomische Verhältnisse nicht nur als historische Krisenphänomene darstellen, sondern als Formen gesellschaftlicher Vermittlung, durch die soziale Beziehungen, Handlungsspielräume, Abhängigkeiten und Teilhabechancen strukturiert werden. Analysiert werden insbesondere Geld, Konkurrenz, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Armut, Ausbeutung und Prostitution als Struktur- und Konfliktformen gesellschaftlicher Krise. Die Arbeit verbindet literaturwissenschaftliche Textanalyse mit sozial- und kulturtheoretischen Begriffen der Vergesellschaftung und fragt vergleichend, welche unterschiedlichen Gesellschaftsdiagnosen die Romane aus der Darstellung ökonomisch geprägter Lebensverhältnisse entwickeln.
