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Der Europäische Forschungsrat bewilligt Prof Friedemann Pulvermüller einen ERC Advanced Grant über 2,5 Mio Euro zur Erforschung der materiellen Grundlagen der Kognition und Sprache im menschlichen Gehirn

Der europäische Forschungsrat hat Herrn Prof. Pulvermüller einen mit 2.5 Mio. Euro dotierten 'Advanced Grant' für das Projekt „MatCo“ (Material Constraints Enabling Human Cognition) bewilligt. Dieses Forschungsvorhaben befasst sich mit den materiellen Grundlagen und Mechanismen, die erklären, wie beispielsweise eine Vergrößerung bestimmter Gehirnbereiche oder die Verstärkung spezifischer Verbindungsbahnen zu Vokabularaufbau, Bedeutungslernen und Abstraktionsfähigkeit beitragen können. Hierzu werden mathematisch präzise Netzwerkmodelle entwickelt, die die Struktur von Gehirnen nachbilden.

News vom 02.04.2020

Wie kommt es, dass Menschen mühelos ein Vokabular von Zehntausenden von Wörtern und Symbolen lernen, wogegen ihre nächsten Verwandten, die Menschenaffen, es gerade mal auf ca. 100 Zeichen bringen? Wie können kleine Kinder so viele Symbole ohne besonderen Unterricht mit Bedeutungen verknüpfen, und sie dann, nach nur kurzem Lernen, verwenden, um ihre Wünsche, Gefühle, Ansichten und Befürchtungen auszudrücken? Auf welcher materiellen Grundlage beruhen unsere Fähigkeiten zum Kombinieren von Symbolen und zum Abstrahieren genereller Gedanken?

 Es ist klar, dass diese Fähigkeiten irgendwie mit unserem Gehirn zusammenhängen müssen – oder genauer gesagt mit den Unterschieden, die zwischen unserem Gehirn und den Gehirnen anderer Arten bestehen. Doch welche Unterschiede sind hier wesentlich? Und wie können Unterschiede im gehirninternen Material so erstaunliche Dinge wie menschliche Sprache, Denken und Handeln erklären? Das vom Europäische Forschungsrat geförderte Projekt „MatCo“ (Material Constraints Enabling Human Cognition) befasst sich mit diesen materiellen Grundlagen und den Mechanismen, die erklären, wie etwa eine Vergrößerung bestimmter Gehirnbereiche oder die Verstärkung spezifischer Verbindungsbahnen zu Vokabularaufbau, Bedeutungslernen und Abstraktionsfähigkeit beitragen können. Hierzu werden mathematisch präzise Netzwerkmodelle entwickelt, die die Struktur von Gehirnen nachbilden. Durch systematischen Vergleich der Funktionsweisen von Netzwerkmodellen mit unterschiedlicher Struktur sollen Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche strukturellen materiellen Veränderungen für die Herausbildung der Kognition wichtig sind.

 Für dieses Forschungsvorhaben hat der Europäische Forschungsrat Herrn Prof. Pulvermüller an der FU Berlin einen mit 2.5 Mio. Euro dotierten 'Advanced Grant' bewilligt. Prof. Pulvermüller lehrt Sprachwissenschaft und Neurobiologie der Sprache an der Philosophischen Fakultät der Freien Universität und an der Berlin School of Mind and Brain, einer preisgekrönten berlinweiten Graduiertenschule. Er hatte Biologie und Sprachwissenschaft studiert, in Linguistik und Psychologie promoviert und in der Medizin habilitiert, bevor er 1999 auf eine Forschungsprofessur nach Cambridge berufen wurde. 2011 wechselte er an die Freie Universität, um dort das Exzellenzcluster „Language of Emotions“ zu verstärken. Seine Arbeiten zu MatCo stehen im Zusammenhang mit dem an der Humboldt Universität angesiedelten Exzellenzcluster „Matters of Activity“, wo die materiellen Grundlagen der Kognition ebenso im Fokus stehen. Prof. Pulvermüller möchte mit den Forschungsarbeiten zum Projekt MatCo im Oktober 2020 beginnen. Die Förderung wird für fünf Jahre bereitgestellt.

Auf folgenden Seiten finden Sie mehr Informationen:

ECN Announcement of ERC grant

FU Pressemitteilung

ERC Mitteilung

MoA Announcement

Mehr über unsere Forschung finden Sie außerdem HIER und HIER.

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