Mehrsprachige Identitätsbildung. Untersuchung zur Herausbildung hybrider oder fragmentierter Identitäten mehrsprachiger Individuen durch die Nutzung sozial- und kontextgebundener Sprache. (Arbeitsversion) - (Dissertationsprojekt)
Institut für Deutsche und Niederländische Philologie - Deutsch als Zweitsprache
Sprache bildet das Fundament des menschlichen Lebens, sie ermöglicht die Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen Menschen und damit den Austausch von Wissen, Gedanken, Meinungen, Emotionen und Ideen. Jedes Individuum verfügt dabei über ein individuelles sprachliches Repertoire, welches diesen Austausch überhaupt erst ermöglicht und mit welchem er oder sie sich wiederum als Person identifiziert. Mehrsprachige Individuen stehen dabei vor der Herausforderung, aus einem größerem sprachlichen Fundus wählen zu können. Die Wahl der Sprache, der Varietät oder die Verwendung transkodischer Markierungen in den Interaktionen, stellen alle samt Identitätsakte dar, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Diese Identitätsakte erfolgen mehr oder weniger willentlich und bewusst, geben aber stets Auskunft über die sprachliche Zugehörigkeit der Person, wodurch verschiedene Facetten der Identität in den unterschiedlichen Registern einer Sprache zum Ausdruck gebracht werden. (vgl. Wojnesitz 2010, S. 140) Es ist anzunehmen, dass mehrsprachige Individuen in verschiedenen sozialen Kontexten und mit verschiedenen sozialen Gruppen unterschiedliche sprachliche Codes verwenden. Damit stellt sich jedoch die Frage, ob die Sprachenwahl für die Individuen aus diesem Grund unterschiedliche Bedeutungen hat, sie emotional und kognitiv anders assoziiert werden und so die Identitätsbildung der Individuen beeinflusst wird. Ziel der Forschungsarbeit ist es, nach einer umfassenden theoretischen Einordnung in den Identitätsdiskurs die Bedeutung sowie den Einfluss von Mehrsprachigkeit auf die Ausbildung der Identität mittels eines quantitativen Fragebogens empirisch aufzuzeigen.
