‚wunder‘ in Serie. Akkumulation und Variation von Mirakeln und Mirabilienerzählungen
Buchcover des Harrassowitz Verlags unter Verwendung von: Livre des merveilles du monde, Bibliothèque nationale de France (Paris), Français 1377, fol. 27r, https://mandragore.bnf.fr/ark:/12148/cgfbt40254h
Tilo Renz (Hg.) – 2026
Vormoderne ‚wunder‘-Darstellungen können verschiedenartig gestaltet sein und unterschiedlichen Wissensbereichen zugehören, insbesondere der Religion, aber auch der Natur oder der Kunst. Sie alle verbindet die Eigenschaft, denjenigen, die sie wahrnehmen, außerordentlich zu erscheinen und sie in Erstaunen zu versetzen. Gleichwohl sind Darstellungen von ‚wundern‘ in Texten und auch in Bildern maßgeblich durch das Wiederholen von Ähnlichem und durch die Herausbildung von Reihen gekennzeichnet. Die Analysen des Sammelbands gelten der Ästhetik und auch den Funktionen von Phänomenen, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit im deutschen Sprachraum als ‚wunder‘ bezeichnet werden. Gegenstand der Beiträge ist das Spannungsverhältnis zwischen Fremdheit und Verwunderung auf der einen sowie Wiederholung und Serialität auf der anderen Seite, das das mittelalterliche ‚wunder‘ grundlegend auszeichnet.

