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Die belgische Schriftstellerin Lize Spit tritt im Sommersemester 2026 die Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin an.

Lize Spit

Lize Spit

News vom 24.02.2026

Die Autorin wurde 1988 in Lier geboren und wuchs in Belgien auf. Sie schreibt in flämischer Sprache. Im Jahr 2013 gewann sie mit der Erzählung ordehandhaver den Jurypreis sowie den Publikumspreis beim Nachwuchswettbewerb Write Now!. Sie veröffentlicht literarische Beiträge in den Zeitschriften TiradeHet liegend konijn und De Gids.

 

In ihrem radikal erzählten Werk setzt sich Lize Spit mit den Abgründen zwischenmenschlicher Beziehungen auseinander. In einem intensiven, dringlichen Erzählstil von schonungsloser Energie erzählt sie von einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Ihr Debütroman Het smelt, der im Jahr 2016 erschien, entwickelte sich in Belgien und in den Niederlanden zu einem regelrechten Bestseller und wurde mit dem Preis des niederländischen Buchhandels für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet. Er wurde in acht Sprachen übersetzt und erschien im Jahr 2017 unter dem Titel Und es schmilzt im S. Fischer-Verlag. Die autofiktionale Coming-of-Age-Story handelt von der Rückkehr der erwachsenen Protagonistin in das Dorf ihrer Herkunft und ihrer Auseinandersetzung mit den dunklen Abgründen einer Familie voller Gewalt, Alkoholsucht und Zwangsstörungen. Lize Spits zweiter Roman Ik bin er niet (2020) erschien 2022 in deutscher Übersetzung unter dem Titel Ich bin nicht da. Er erzählt von der Zerrüttung einer Beziehung und dem Umgang mit psychischem Leid. In rascher Folge erschienen die weiteren Romane De eerlijke finder (dt. 2024 als Der ehrliche Finder) sowie Autobiografie van mijn lichaam (dt. 2025 als Autobiografie meines Körpers). Während Der ehrliche Finder von der Freundschaft eines jugendlichen Außenseiters mit einem geflüchteten Jungen aus dem Kosovo erzählt, widmet sich Autobiografie meines Körpers erneut der schwierigen Jugend der Autorin in der belgischen Provinz.

 

Im Rahmen der Samuel Fischer-Gastprofessur wird Lize Spit im Sommersemester 2026 ein Seminar mit dem Titel Tell, Don’t Show?! Literature in the Audiovisual Era unterrichten. Dieser Kurs widmet sich der Frage, wie sich Romane in Filmen umschreiben lassen. Studierende werden in die Grundlagen des Drehbuchschreibens eingeführt, um vergleichende Buch-Film-Analysen vornehmen zu können. Untersucht werden konkret Romane und ihre Verfilmungen in unterschiedlichen Genres, von zeitlosen Klassikern wie Sofia Coppolas The Virgin Suicides (1999) und dem Coen-Brüder-Meisterwerk No Country for Old Men (2007) bis hin zu neueren Produktionen wie Wes Andersons The Wonderful Story of Henry Sugar (2023) und Clint Bentleys Train Dreams (2025). Ziel ist es, den Wert des Literarischen neu zu überdenken: Was kann Literatur leisten, was der Film nicht kann, und umgekehrt? Darüber hinaus werden Studierende eingeladen, ihre eigenen kreativen Schreibfähigkeiten im Rahmen verschiedener Übungen zu erproben, indem sie z.B. Filmszenen in literarische Texte umwandeln.

 

Das Seminar von Lize Spit findet ab Mitte April immer mittwochs von 12-14 Uhr in englischer Sprache statt. Die Lehrveranstaltung wird für AVL-Studierende ab der BA-Aufbauphase (einschließlich Masterstudium) angeboten, es gibt aber auch einige Plätze für Angehörige anderer Fachbereiche oder Hochschulen. Anmeldungen sind regulär über Campus Management möglich bzw. für nicht AVL Studierende mit einem kurzen Motivationsschreiben in Englisch via david.wachter@fu-berlin.de.

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