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Literatur und Geheimdienst im Vormärz: Filmdokumentation im Wissenschaftsportal L.I.S.A.

News vom 31.01.2022

Literatur und Geheimdienst im Vormärz: Filmdokumentation im Wissenschaftsportal L.I.S.A.

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt, das von der Gerda Henkel Stiftung gefördert wird, widmen sich die Literaturwissenschaftlerin Dr. Kathrin Wittler und der Historiker Dr. Johannes Czakai einer bislang schwer greifbaren historischen Figur: Joel Jacoby (1811-1863). An seinem Wirken lassen sich die politischen und religiösen Verwerfungen der Vormärz-Zeit exemplarisch veranschaulichen. Joel Jacoby erregte in den 1830er Jahren mit einem doppelten Seitenwechsel Aufsehen. Er wandelte sich zunächst vom liberalen Schriftsteller zum preußischen Spion und trat dann vom jüdischen zum katholischen Glauben über. Seinen Gesinnungswandel machte er in Zeitungserklärungen, in Streitschriften und in Gedichtbänden zu einer öffentlichen Angelegenheit.

Johannes Czakai und Kathrin Wittler suchen in Archiven, Bibliotheken und im Berliner Stadtbild nach Spuren von Jacobys Wirken als politischer Schriftsteller und Dichter, als Spion und Zensor, als Jude und Katholik, als Symbolfigur und Netzwerker. Wie muss man sich das literarische Leben im vormärzlichen Berlin vorstellen? Wie sah der Arbeitsalltag eines Spions aus? Was bewegte Jacoby zur Konversion? Warum waren seine "Klagen eines Juden" eine Sensation?

Erste Antworten geben Kathrin Wittler und Johannes Czakai in einer Filmdokumentation des Projekts, die jetzt in fünf Episoden öffentlich zugänglich ist.

Deutsche Version im Wissenschaftportal L.I.S.A.: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/student_und_schriftsteller

Englische Version im Wissenschaftportal L.I.S.A.: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/student_und_schriftsteller?language=en

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