DFG-Sonderforschungsbereich 626: Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste

Der SFB 626 "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" ist seit 2003 an der FU Berlin angesiedelt. Es geht dem SFB um die Erörterung der dreigliedrigen Frage, (1) ob und inwieweit mit Blick auf die jüngere und zugleich weiter zurückreichende Entwicklung der Kunst von einer Eigenart ästhetischer Erfahrung die Rede sein kann, (2) ob es innerhalb des Ästhetischen eine Eigenart der Kunsterfahrung und schließlich, (3) ob es innerhalb der Kunst eine besondere Erfahrung der einzelnen Künste gibt. Die Aktualität und Dringlichkeit dieser Fragen ergibt sich aus zwei Entgrenzungstendenzen, die sich in der Kunstentwicklung der letzten Jahrzehnte beobachten lassen: aus der zunehmenden intermedialen Vernetzung der Künste untereinander und aus der Tendenz zur Aufhebung der Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst im Zuge einer (kritisch oder sogar kulturpessimistisch diagnostizierten) Ästhetisierung der Lebenswelt. Der SFB reflektiert folglich eine Problematik mit langer Geschichte von einem Standpunkt aus, der sich der weit reichenden Veränderungen des Ästhetischen und der Kunst durch jüngste und gegenwärtige Entwicklungen bewusst ist. Das Anliegen des SFB besteht dabei weniger darin, die Frage nach der ästhetischen Erfahrung im Rahmen theoretischer Erörterungen erneut aufzurollen. Dies ist in der jüngeren Vergangenheit, in der Regel innerhalb der Philosophie, vielfach geschehen. Das Interesse besteht vielmehr vorrangig darin, die Klärung des Konzepts ‚ästhetische Erfahrung‘ explizit von der soeben skizzierten Problemlage her sowie im Hinblick auf den Status der Kunst und des Ästhetischen in der Gegenwart voranzutreiben, und zwar anhand konkreter Kunstwerke und ästhetischer Phänomene.

Vom Institut für Philosophie ist Herr Prof. Dr. Georg Bertram als Projektleiter am SFB beteiligt.