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Wirkungsstudie für die Temporäre Kunsthalle Berlin

Die Eröffnung der Temporären Kunsthalle Berlin auf dem Schlossplatz in Berlin Mitte war eingebettet in heftige und teilweise andauernde Diskussionen über die Bedeutung zeitgenössischer Kunst für Berlin, die Nutzung des Schlossplatzes und den Stellenwert privater Kulturförderung und bürgerlichen Gemeinsinns. Entsprechend sind Ansprüche und Erwartungen an die temporäre Kunsthalle hoch: Als „Best-Practice“-Beispiel, eines bürgerschaftlich finanzierten kulturellen Kraftwerks soll sie auf den urbanen Raum und den öffentlichen Diskurs abstrahlen. Für gut zwei Jahre gilt es, Ideen und Kräfte zu bündeln, kulturelle Prozesse sichtbar zu machen und neue anzustiften. Am umstrittensten, umkämpftesten, prominentesten Ort der Kulturmetropole und Hauptstadt Berlin sollte ein temporärer Kunst- und Kulturraum geschaffen werden, der in Produktionsweise und Auftritt  „Talk of the Town“ für viele ist, Brennpunkt für Szene, Kulturinteressierte aus der Region, Multiplikatoren, (internationale) Touristen und „Laufkundschaft“.

Das Zentrum für Audience Development hat im Auftrag der Temporären Kunsthalle und der Stiftung Zukunft Berlin die Eröffnung und die erste Ausstellung von Candice Breitz von Oktober bis Ende Dezember 2008 mit einer Wirkungsstudie begleitet. In einer Medienresonanzanalyse wurde untersucht, ob es der gelungen ist, Diskurse im  medialen Raum zu prägen. Hier zu wurden Beiträge aus Print- und Online-Medien mit Erwähnung der Temporären Kunsthalle sowohl im Vorfeld der Eröffnung als auch während der ersten Ausstellung von nach Häufigkeit, positiven oder negativen Bewertungen und inhaltlichen Kontexten ausgewertet. Parallel wurde durch eine Befragung von Besuchern der Ausstellung von Candice Breitz die Wirksamkeit von Publikumsansprache und -gewinnung, von Beziehungsstiftung und -bindung analysiert. Neben einer allgemeinen Beschreibung der Besucherstruktur wurden insbesondere die Segmente der touristischen Besucher sowie der Non-Frequent Visitors betrachtet.

Aus den Ergebnissen wurden im Sinne eines umfassenden und bereichsübergreifenden Audience Development-Konzeptes auf mehreren Ebenen Handlungsempfehlungen abgeleitet: Auf der strategischen Ebene empfiehlt die Studie Maßnahmen zur nachhaltigen Positionierung der Marke Temporäre Kunsthalle im Umfeld ihrer Wettbewerber im Kultur- und Freizeitbereich. Operativ wurden Vorschläge für Schwerpunkte zukünftiger Öffentlichkeitsarbeit, die Gewinnung touristischen Laufpublikums, die wirksame Nutzung von Internets und Social Media sowie für die Optimierung der Preispolitik entwickelt.