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Marketingkonzept für die Mauergedenkstätte Bernauer Straße

Am 9. November 2009 jährt sich der Mauerfall zum 20. Mal. Damit ist das öffentliche Interesse für die Berliner Mauer und die innerdeutsche Teilung so groß wie selten zuvor. Die Gedenkstätte Berliner Mauer (GBM) steht hierbei als Ort von einzigartiger historischer Authentizität im Mittelpunkt des Geschehens. Die GBM besitzt eine weit reichende symbolische Ausstrahlung gleichermaßen bezüglich der Berliner Mauer, der innerdeutschen Teilung und des internationalen Systemantagonismus wie auch bezüglich derer Überwindung.

Diesem Umstand trägt die vom Senat 2006 beschlossene und bereits begonnene Erweiterung der Gedenkstätte Rechnung, mit der die Gedenkstätte national wie auch international zum zentralen Erinnerungs-, Gedenk-, Informations- und Bildungsort rund um die Geschichte der Berliner Mauer entwickelt werden soll. Aus dieser historischen und politischen Bedeutung erwächst die Verpflichtung der GBM, den Besucher als zentrale Bezugsgröße in den Fokus ihres Handelns zu stellen. Das Zentrum für Audience Development hat in diesem Zusammenhang eine Besucherstudie durchgeführt, um Positionierung, Zielgruppenansprache sowie Besucherorientierung und -bindung zu evaluieren und Empfehlungen auszusprechen.

Im September und Oktober 2008 wurden durch eine Befragung von Besuchern der verschiedenen Orten der GBM die soziodemographische Struktur, das Informationsverhalten, die Zufriedenheit mit der Gedenkstätte und ihren Serviceleistungen und der Besuch von weiteren kulturellen sowie thematisch verwandten Einrichtungen in Berlin erhoben. Die Ergebnisse wurden intensiv vor dem Hintergrund von Daten zu Struktur und Verhalten von Touristen in Berlin diskutiert, die von der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) zur Verfügung gestellt wurden.

Die Auswertung und Analyse der Ergebnisse haben das Potential der GBM als authentischer historischer Ort verdeutlicht. Um dieses Potential für eine deutliche Steigerung der Besuchszahlen zu erschließen, werden in der Studie Handlungsempfehlungen für Aufbau und Pflege langfristiger, individualisierter Beziehungsebenen zwischen der GBM und ihren Besuchern formuliert. Strategisch beziehen sich die Empfehlungen auf Maßnahmen zur Entwicklung und Positionierung der GBM als nachhaltige, eindeutig wahrnehmbare Marke. Zu den operativen Vorschlägen für eine auf allen Ebenen besucherorientierte Gestaltung der Gedenkstätte zählen die Erweiterung vorhandener Bildungs- und Informationsangebote, Instrumente zur spezifischen Ansprache neuer Besuchergruppen, verbesserte Orientierungsmöglichkeiten auf dem Gelände sowie die erfahrungsorientierte Gestaltung des gesamten Areals.