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Erscheinungsformen

„…der Teufel [sich], tausendmal verstellen kann. Bald ist’s ein listiger Fuchs, bald ein wilder Bär; bald ist’s ein Esel, bald ein Philosoph; bald ist’s ein Hund, bald ein unverschämter Poet. Kurz, es ist ein Untier…“

Gotthold Ephraim Lessing

 

 

Lassen Sie sich nicht täuschen! Der Teufel trägt verschiedene Masken, um die Menschen auf der Erde zum Laster zu verführen. Dabei gilt es, Erscheinungsformen in der Bibel vom christlichen Volksglauben zu unterscheiden. Die Schlange im Garten Eden, die Eva und Adam verführt, kann sein Werkzeug oder der Satan selbst gewesen sein. Als gefallener Engel wird er an keiner Stelle im Neuen Testament der Bibel genannt, aber mit einem Engel des Lichtes verglichen. Andere Textstellen der Heiligen Schrift behaupten hingegen, der Teufel sei von Anfang an ein Sündiger gewesen. Vor allem das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Matthäus 13,24-30) verdeutlicht das Werk des Gegenspielers Gottes: Die Bauern sollen bis zur Ernte (hier gleichbedeutend mit Apokalypse) warten, dann sammeln die Engel zuerst das Unkraut ein, damit der Weizen übrigbleibt.
Dagegen taucht der Teufel in den volkstümlichen Darstellungen gleichbedeutend mit dem griechischen Gott Pan auf. Meistens ist er schwarz und behaart, hat Bocks- oder Pferdefüße, Hörner, einen Schwanz, eine lange Habichtsnase und ein hässliches Gesicht. Beim Verschwinden hinterlässt er häufig einen unangenehmen Gestank.
Entdecken Sie den Teufel in Literatur, Kunst, Film und Musik! Aber Vorsicht: Satan hat viele Gesichter...

(Christian Schobeß)

 

Der Teufel als Mensch

In mehreren Filmen, wie Oh, God! You Devil, The Witches of Eastwick, Angel Heart, Devil’s Advocate, End of Days, and Bedazzled, nimmt der Teufel eine menschliche Gestalt an, manchmal metaphorisch und manchmal im eigentlichen Sinne. Als ein alter Mann oder eine alte Frau, als ein attraktiver Junge oder ein schönes junges Mädchen, als Diener, als Anwalt, als Fischer, sogar als Student oder als Händler, der Teufel schafft es, sich auf der Erde zu befinden, ohne dass ihn jemand erkennt. Meistens wird der Teufel als ein Mann präsentiert, außer in Filmen, wo es klar um eine Teufelin geht (Bedazzled, The Ninth Gate). Filme wie Rosemarys Baby, The Omen und Devil’s Advocate untersuchen den Fall, wo der Teufel Sex mit Menschen bzw. Frauen hat und vertreten somit die Ansicht, dass der Antichrist halb Mensch ist. Diese Filme untersuchen auch das Konzept, dass der Teufel eine Herde braucht, um sein Königreich weiter zu erhalten.

 

Der Teufel als Tier

Die meisten Menschen stellen sich den Teufel in Gestalt ähnlich der eines Satyrs vor, mit Hörnern und Schwanz, manchmal auch rotfarbig. Meistens hält er einen Stab und sieht sehr wild aus. Das beste Beispiel dafür ist der Charakter von Tim Curry in dem amerikanischen Film Legend (1985). In Little Nicky hat der Teufel auch eine tierische Gestalt. In beiden Filmen hat der Teufel Hörner und sieht wie ein Satyr aus.

 

 

Tommaso Masolino Da Panicale: Der Sündenfall (Fresko, 1514)