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Erzählforschung

Erzählforschung

Die Vertreter der geisteswissenschaftlichen Erzählforschung gingen davon aus, dass die Darstellungsweise einen Rückschluss auf die Sehweise des Künstlers erlaube. Aus der Subjektivität der Erkenntnis formt sich ihrer Meinung nach Dichtung, weshalb in jedem literarischen Werk auch sein Urheber verborgen ist. Dessen gestaltender Geist steht im Vordergrund des Interesses. Der Erzähler mustert gewissermaßen das Chaos des Stoffes und ordnet es.
Diese Richtung hat ihre Vorläufer in der Poetik Wilhelm Diltheys und arbeitet deshalb häufig mit dessen Erlebnis-Begriff. Zu dieser Tradition von Erzählforschern sind u. a. zu zählen: Käte Friedemann, Robert Petsch, Hermann Meyer, Wolfgang Kayser, Günther Müller, Käte Hamburger und Eberhard Lämmert. Als repräsentatives Beispiel aus jüngster Zeit kann das 2006 erschienene Buch von Volker Klotz: Erzählen von Homer zu Boccaccio, von Cervantes zu Faulkner (C. H. Beck) genannt werden.