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Determination, Spezifikation, Extension

Determination, Spezifikation, Extension sowie Diachronien und Übergänge

Bei der obigen Erläuterung der iterativen Erzählung wurde schon die Möglichkeit erörtert, innerhalb eines Dialoges iterativ zu erzählen bzw. in einem flash-back die Iteration gewisser Ereignisse zu vermitteln. Unter diesen Voraussetzungen ist es selbstverständlich möglich, innerhalb einer iterativen Reihe Grenzen (Determination), spezifische Arten der Wiederholung (Spezifikation) und Umfang der iterativen Reihe (Extension) zu bestimmen. Die Möglichkeit, mittels eines flash-backs auf visueller Ebene iterativ zu erzählen bzw. einmal zu zeigen, was n-mal passiert ist, soll nun noch einmal ausgeführt werden:
Oft wird in so einer iterativen Reihe ein flash-back mit einer VON unterlegt. Der filmische Held der Peter-Geschichte aus der vorherigen Lerneinheit könnte sich z. B. folgendermaßen erinnern: „Im Sommer 1971 war ich frisch von der Polizeiakademie gekommen und hatte meine ersten Einsätze, die für mich ziemlich anstrengend waren (man sieht nun im Bild den erschöpften Helden bei verschiedenen Festnahmen, Razzien usw.). Abends saß ich dann mit den Kumpels im Pub.“ An dieser Stelle kann auch ein singuläres Ereignis eintreten: „Eines Tages kam eine Frau zu mir an den Tresen…“. Zu diesem Zeitpunkt sieht man meistens die Frau ins Bild kommen. Dann wechselt die VON eventuell in einen Dialog zwischen dem Held und der Frau. Dieser Wechsel der kinematographischen Mittel markiert zugleich einen Übergang im Sinne von Genette (S. 103) vom iterativen zu singulären Erzählen.
Innerhalb eines flash-backs wäre es zudem denkbar, den Helden in seiner Veränderung zu zeigen, d. h. externe und interne Diachronie herzustellen: Das kann mittels digitaler Bildbearbeitung passieren, der Held würde dann langsam älter werden, Haare, Gesicht und Haltung verändern sich oder mittels der Montage, die den Helden von Schnitt zu Schnitt älter werden lässt.

Auch ein Reißschwenk (eine schnelle Kamerabewegung von einem Punkt zu einem anderen, wobei das Bild zwischen den beiden Endpunkten meist unscharf bleibt) ist denkbar, der den Held von Schwenk zu Schwenk älter aussehen lässt.

vgl. James Monaco: Film verstehen. 5. Auflage. Reinbek bei Hamburg 2004, S. 570.

All diese Möglichkeiten, iteratives Erzählen zu erzählen, sind gleichzeitig auch Formen des summarischen Erzählens.