Springe direkt zu Inhalt

Prolepsen

Prolepsen

Externe Prolepsen können als Epilog über eine VON am Anfang eines Films erfolgen, interne filmische Prolepsen sind eher selten. Die interne homodiegetisch-kompletive Prolepse in „Jackie Brown“, die innerhalb der 4. Analepse unserer Analyse erörtert wurde, umfasst lediglich den ersten Abschnitt in Jackies Wohnung. Der Vorgriff wird durch den Ortswechsel und ihre Kleidung markiert, die Handlung spielt sich offensichtlich nach dem eben gezeigten Restaurantbesuch ab. Wie oben schon erläutert wurde, ist der Schnitt nach dieser Szene zurück ins Restaurant bereits als Analepse zu verstehen. Das Verhältnis zwischen Analepse und Prolepse setzt voraus, dass das Verhältnis zwischen Geschichte und Erzählung bekannt ist, aber in diesem Fall gerät die Ordnung auf beiden Ebenen für einen Moment ins Schwanken. Diese Unsicherheit wird erst überwunden, nachdem der dritte Schnitt wieder zurück in Jackies Wohnung führt und die Handlung sich dort fortsetzt.

Die hier analysierten Analepsen und die Prolepse bilden ein wesentliches Merkmal der zeitlichen Ordnung in „Jackie Brown“. Mit Hilfe der Rückgriffe werden Handlungselemente eingefügt, die dem Zuschauer helfen, sich in der Geschichte zurechtzufinden. Gleichzeitig wird Spannung erzeugt: Denn der Film „Jackie Brown“ lebt davon, eine hochgradig anachrone Erzählung zu sein. Als nächstes wollen wir uns der Dauer einer Erzählung zuwenden.