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Analepsen II

 

3. Eine dritte Analepse wird wieder über einen flash-back erzählt: Max erinnert sich während des Testlaufs der Geldübergabe an ein Telefonat, das nach dem Gespräch zwischen ihm und Jackie in der Del Amo-Mall erfolgt sein muss. Jackie hatte Max dort gefragt, ob er ihr helfen würde, das Geld von Ordell beiseite zu schaffen. Es folgt eine Paralipse, die ausspart, wie Max und Jackie ihren Plan schmieden, aber bei dem Testdurchlauf in der Del Amo-Mall ist er im Hintergrund anwesend. Während er Jackie hinterher sieht und bemerkt, wie Ray sich an ihre Fersen heftet, erinnert er sich: Max und Jackie unterhalten sich über den Polizisten Ray und die Möglichkeit, dass dieser sich das Geld selbst einsteckt. Diese Analepse füllt die oben erwähnte Paralipse nur teilweise aus. Denn das eigentliche Gespräch zwischen Max und Jackie in der Del Amo-Mall, das zum Inhalt den Plan der beiden haben müsste, wird nie ganz erzählt. Die Spannung über den Ausgang der ‚echten‘ Geldübergabe wird so aufrechterhalten.

4. Die vierte Analepse stellt eine Besonderheit dar, da sie nur in Kombination mit einer Prolepse als solche erkennbar ist. Nicht als flash-back, sondern mittels dreier Schnitte wird die Basiserzählung anachron erzählt. Jackie trifft sich nach ihrem Besuch bei Ordell mit dem Polizisten Ray in einem Restaurant. Aus dem Gespräch heraus ergibt sich ein Vorgriff (der erste Schnitt), eine Art interne homodiegetisch-kompletive Prolepse: Jackie steht nun in ihrer Wohnung und gibt das Gespräch mit Ray vor Max wieder. Der nun folgende zweite Schnitt kann erst von hier aus als Analepse verstanden werden. Mit dem Satz von Jackie: „Alles wie geplant, bis auf eine Kleinigkeit“ geht es zurück ins Restaurant zu dem Essen mit Ray. In diesem Moment ist allerdings das „Privileg der Basiserzählung“ (S. 33) angetastet, denn es ist für einen Moment nicht klar, an welcher Stelle die Erzählung fortgesetzt wird. Nach dem dritten Schnitt geht es dann in Jackies Wohnung mit der Handlung weiter: Das Telefon klingelt und Ordell ist am Apparat. Daher ist dieser letzte Schnitt auch nicht als zweite Prolepse zu verstehen.
Im Abschnitt zur Frequenz wird das repetitive Erzählen (Jackies Satz), mit der diese vierte Analepse eingeleitet wird, noch einmal aufgegriffen.