Springe direkt zu Inhalt

Regiefunktion

Regiefunktion

Die Bezeichnung Regiefunktion könnte auf den ersten Blick im Kontext einer filmnarratologischen Analyse paradox klingen, allerdings ist der Ausdruck ‚Regie‘ metaphorisch zu verstehen. Er meint diejenigen Funktionen, die die narrative Funktion der narrativen Instanz für den Zuschauer offen legt. Gerade in Filmen am Ende des 20. Jahrhunderts ist die Regiefunktion ein beliebtes Mittel, um die narrativen Instanzen im Film bzw. den Narrationsakt selbst offen zu legen. So kann es z. B. sein, dass die Kamera auf einmal absichtlich über eine zweite Kamera im Bild zu sehen ist oder andere technische Zusätze, wie die Tonangel für den Ton etc., in die Diegese integriert werden. Oft kommentieren die Figuren die eben erzählte Geschichte. In gewissem Sinne hat der tote Lester, der mittels der VON erzählt, ebenfalls eine Regiefunktion, denn er macht von Anfang an deutlich, dass er derjenige ist, der die Geschichte erzählen wird.