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Kameraverhalten VI

 

12. Mit gleitenden Schnitten (eine weitere Form des unsichtbaren Schnitts, vgl. Lerneinheit „Zeit der filmischen Erzählung“) aus der nullfokalisierten Vogelperspektive (Übersicht) und der Übersicht in der Halbtotalen Die Figur ist von Kopf bis Fuß zu sehen. wird Lesters Voice-Over-Narration, die die letzten Sekunden seines Lebens schildert, begleitet. Dabei endet diese Szene damit, dass die Kamera wieder aus der Übersicht über die Stadt gleitet.

Mit der Analyse des filmischen Modus im Kameraverhalten wurde deutlich, dass die Kamera als Teil der narrativen filmischen Instanz durchaus in der Lage ist zu erzählen, obwohl sie über keine menschliche Stimme verfügt. Dieses Erzählen vollzieht sich hauptsächlich diegetisch, d. h. sie erzählt die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven und Fokalisierungen, die teilweise an die Aktivitäten der Figuren geknüpft sind. Über das Zeigen der Figuren verknüpft sie außerdem das Erzählen von Ereignissen mit dem Erzählen von Worten. Die Figuren können auf ihre Weise gleichzeitig handeln und sprechen, d. h. wie die Kamera können diese gleichzeitig mimetisch und diegetisch erzählen. Zwei kurze Beispiele sollen zeigen, wie die Figuren über ihre Präsentation von Ereignissen in der Lage sind, diegetisch zu erzählen.