Springe direkt zu Inhalt

Zusammenführung

Zusammenführung

Eine ‚konstruiert‘ wirkende, gezielt eingesetzte Syntax unterstreicht den monotonen Rhythmus der Erzählung. Ereignisse werden in ähnlicher Weise wahrgenommen und so narrativ abgebildet: Man betritt die Szene – man sieht etwas – man bespricht es – man schweigt. Das singuläre Erzählen erweckt in der zweiten Hälfte des Textes einen Eindruck von Detailreichtum und Redundanz, die seine spezielle deskriptive Manier prägt.
Trotz des simplen Rhythmus, den die strukturelle und sprachliche Gleichförmigkeit (zum Beispiel durch das gehäufte „ich sah“) bewirkt, verhindert der Text vereinzelt, dass Handlungseinheiten zeitlich klar voneinander abzugrenzen sind. Im Kommentar oben trat das Problem bei der Isolierung der iterativen Reihe auf, ihrer Determination und Spezifikation. Der Grund: Das analytische Instrumentarium der Kategorie Frequenz (Ordnung und Dauer ebenso) ist von Aspekten der Zeit und ihren sprachlichen Markierungen abhängig. Bei „Aussicht“ signalisieren lediglich wenige Formulierungen („heute“, „zu dieser Zeit“) und ein Tempuswechsel im zweiten Satz zeitliche Positionen. Durch den Mangel an Informanten der Zeit entsteht ein ‚Fluss‘ der Ereignisse als serielle Reihung. Und so scheint es, als ‚geschehe‘ wenig – die Anzahl der Funktionen im Text, für deren Kennzeichnung bei der Segmentierung das Alphabet nicht ausreichte, beweist das Gegenteil. Weil der Handlung jedoch spektakuläre Spannung fehlt, herrscht ‚Ruhe‘ und ein „ganz allgemeine[r] Zustand“. Siehe: Stille.

 






Abschlussklausur Kurzevaluation