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Spezifikation

Spezifikation

Die iterativ wiederkehrenden Einheiten sind spezifisch hinsichtlich der Art ihrer Wiederholung in einer Reihe. Die Spezifikation drückt den Rhythmus des Auftretens der iterativ zusammengefassten Ereignisse aus.
Wieder kann dies exakt oder unbestimmt geschehen. Exakt bestimmt ist die Spezifikation durch eine Angabe wie „jeden Tag“, „jeden Montag“, „alle 15 Minuten“: „Peter saß in der Schule und sollte sich jetzt auf andere Dinge konzentrieren, sollte schreiben, nachdenken, zuhören. Aber alle paar Minuten schweiften Peters Gedanken ab. Der Kuchen!“
Unbestimmt bleibt die Spezifikation durch die Nennung eines oder mehrerer Adverbien, wie „manchmal“, „oft“, „immer wieder“:
„Peter saß in der Schule und sollte sich jetzt auf andere Dinge konzentrieren, sollte schreiben, nachdenken, zuhören. Aber immer wieder schweiften Peters Gedanken ab. Der Kuchen!“

Innerhalb der Wochen in Berlin wiederholt Verena ständig die gleichen, ordnenden Handlungen – ihre Spezifikation bleibt unbestimmt:


„Ich bereitete meine Ausstellung vor, es wurde Juni, und Verena kam nach Berlin. Sie brachte meine Pfandflaschen zurück, kaufte Unmengen von Lebensmitteln ein, stellte die Küche mit Fliedersträußen voll und war ständig bereit, mit mir ins Bett zu gehen. Sie sang in der Wohnung, während ich arbeitete, sie putzte meine Fenster, telefonierte Stunden mit ihren Freunden in Hamburg und kam immerzu ins Atelier gelaufen, um mir irgend etwas zu erzählen.“

Judith Hermann: Sonja. In: Dies.: Sommerhaus, später. Frankfurt am Main 2000, S. 55–84; hier S. 61.


Gerade durch diese geringe Spezifikation wirken die iterativen Handlungen dauerhaft.

Exakte und unbestimmte Spezifikationen sind nach Genette einfache Spezifikationen. Es können jedoch verschiedene iterative Einheiten ineinander geschachtelt sein. Ist dies der Fall, bekommt die Spezifikation das Adjektiv komplex zugeschrieben: „jeden Samstag im Mai“ (zusammengesetzt aus „jeden Samstag“ und „immer im Mai“).