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Zusammenführung

Zusammenführung

Nicht nur für Lioba, sondern auch für den Leser wird der Sprung zu einer „Ausdauerstrecke“. Während der Beginn des Textes von einem nahezu zeitdeckenden (szenischen) Erzählen geprägt ist, vergrößert sich die Differenz von Erzählzeit und erzählter Zeit nach dem Absprung durch eine Serie kontemplativer Pausen. Die Erzählzeit ist gegenüber der Zeit der Geschichte gedehnt, weil die Erzählung synchron mehrere Ereignisse vermittelt: Imaginationen vergangener oder möglicher Ereignisse mischen sich in die Wahrnehmung von Sprung und Fall ein. Die zentrale Sequenz des Textes – Liobas ‚Reise‘ in den Tod – wird also durch Handlungseinheiten katalysiert, die die Kerne erweitern. Als solche können die Summarys und auch die Segmente (D’) und (E’) gelten, die das Geschehen verdoppeln und zwei Versionen desselben Inhalts darbieten. Das narrative Tempo schwankt deshalb im Text gehörig. Mal legt die Narration die Zeit der Geschichte regelrecht ‚still‘, mal beschleunigt sie die Ereignisse (insbesondere durch die Summarys). So zieht sich ein sekundenkurzer Sprung mehrere Minuten Lesezeit lang hin. Dass Lioba nicht einmal am Boden aufschlägt, ist die konsequente Fortführung einer Textstrategie der „unermeßlichen Verzögerung“, die sich bis in die Unendlichkeit ausdehnt, weil der Text den Aufschlag verschweigt.





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