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Szene

Bei der Szene handelt es sich neben der Ellipse, der deskriptiven Pause und der Summary, um eine der vier Grundformen des narrativen Tempos. Sie dienen der Grundorganisation der narrativen Geschwindigkeit einer Erzählung.

Wie Genette zu Beginn seiner Ausführungen im Kapitel “Dauer“ bemerkt, sei ein „Vergleich der Dauer einer Erzählung mit der von ihr erzählten Geschichte“ eine heikle Angelegenheit, „weil niemand die Dauer einer Erzählung messen könne“. (Genette: S. 61)

Auch wenn ein direkter Vergleich der Dauer einer Erzählung und der von ihr erzählten Geschichte nicht möglich ist, und innerhalb einer Dialogszene die Geschwindigkeit mit der die Worte gesprochen werden nicht exakt wiedergegeben werden kann, so lässt sich für die Szene eine charakteristische, “konventionelle“ Gleichheit zwischen der Zeit der Erzählung und der Zeit ihrer Geschichte festlegen.

Demzufolge entspricht die Szene einem isochronen, zeitdeckenden Erzählen, das, in der Tradition des romanesken Erzählens, häufig in Form von Dialogen realisiert wird.
Nach Genette besteht der narrative Grundrhythmus des Erzählens aus dem „Wechsel von undramatischen Summarys, die Erwartungen wecken und Verbindungen herstellen, und dramatischen Szenen, deren Rolle für die Handlung entscheidend ist. (Genette: S. 79)

Literatur
Genette, Gérard: Die Erzählung. 2. Auflage. München, 1998.

(I.L.)