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Summary

Der aus der Narratologie stammende Begriff des „Summary“ wurde im Rahmen des von dem frz. Literaturwissenschaftler Gérard Genette stammenden Verfahrens zur Analyse von Erzähltexten eingeführt. Innerhalb seiner Methode bestimmte Genette drei Hauptkategorien (Zeit, Modus, Stimme) mit denen er verschiedene Aspekte eines Erzähltextes näher zu bestimmen suchte. In der Hauptkategorie der Zeit befasste sich Genette neben Fragen der „Ordnung“ und „Frequenz“, mit der Bestimmung der „Erzählgeschwindigkeit“, wozu er die Zeit der Erzählung [die Pseudozeit bzw. der Raum (z.B. wie viele Seiten für eine bestimmte Zeitspanne) den eine Erzählung benötigt, um einen Vorgang oder ein Ereignis sprachlich zu realisieren] zur wirklichen Zeit der Geschichte in Beziehung setzte und diese Untersuchung unter dem Begriff der"Dauer" zusammenfasste. Das „Summary“ bezeichnet in diesem Zusammenhang einen der vier von Genette unterschiedenen Fälle von „Erzählgeschwindigkeiten“ (Pause, Szene, Summary, Ellipse). Im Fall des „Summary“ wird viel Geschichte/Inhalt in relativ wenig Text zusammengefasst, die Zeit der Erzählung ist also wesentlich kürzer als die Zeit der Geschichte. Es gilt daher für das „Summary“ die einfache Formel: ZE (Pseudozeit der Erzählung) < ZG (Zeit der Geschichte) (G. Genette: Die Erzählung, S.68).


Literatur:
Genette, Gérard: Die Erzählung. Stuttgart 1998.

(C. Kö.)