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Satire

[lat.]=Vielerei, Fülle, Mischung

Die S. ist weder an eine feste (literarische) Form noch an ein bestimmtes Medium gebunden. Sie bezeichnet heute eine Gattung sowie einen literarischen Modus und manifestiert sich so als Schreibweise in Epigrammen, Romanen, Komödien, Schwänken, Fabeln.
Die seit der Neuzeit textbildend wirksamen Haupttypen der S. – die komische Horazische S. und die strafend-pathetische Juvenalische S. – sind Programm: Die S. setzt mahnend und kritisch einen Wert gegen den Unwert. In dieser Dipolarität vermittelt sie ihre Botschaft implizit bzw. negierend; Ideale äußern sich in der Unhaltbarkeit von Werten, Zuständen etc. Beliebte Stilmittel sind das Spiel mit literarischen Vorgaben oder Gebrauchstexten, Gattungsmustern, Stilen anderer Autoren und die Ironie. Der Satire hat eine Wesensverwandtschaft zur Parodie und zur Utopie.

(K.Ko.)