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Pseudo-Iterativ

Im Rahmen seines Konzepts zur narratologischen Untersuchung eines literarischen Textes hat Gérard Genette den Begriff Pseudo-Iterariv entwickelt. Dieser Begriff fällt unter den Aspekt der narrativen Frequenz, d.h. der Untersuchung der Wiederholungsbeziehungen zwischen Geschichte und Erzählung.

Eine pseudo-iterative Erzählung wird wie eine iterative Erzählung gestaltet. Es wird der Eindruck erweckt, dass mehrere Ereignisse der Geschichtsebene zu einer Erzählung zusammengefasst werden. Die pseudo-iterative Erzählung weist jedoch eine große Menge an Details auf, was es sehr unwahrscheinlich bis unmöglich macht, dass sich dieses besondere Ereigniss mehrere Male genau so ereignet haben kann. Daher nimmt der Leser ein Pseudo-Iterativ nicht als eine eigentlich iterative Erzählung wahr: "Die Erzählung behauptet dem Buchstaben nach "dies geschah alle Tage", um figürlich verstehen zu geben: "dergleichen geschah alle Tage, wofür dies hier ein Fall unter anderen ist".

Literatur
Genette, Gérard: Die Erzählung. 2, Auflage. München 1998. S. 87.

(J.Z.)