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Narrativer Akt

Unter dem Narrativen Akt versteht man die Tatsache des Erzählens an sich, die Handlung des Erzählens. Damit ermöglicht der Narrative Akt erst die Erzählung und manchmal auch die Geschichte: „Ohne narrativen Akt gibt es folglich keine narrative Aussage und mitunter nicht einmal einen narrativen Inhalt.“ Letzteres ist der Fall, wenn der Wahrheitsgehalt der Geschichte nicht durch Dokumente, wie sie der Historiker heranzieht, verbürgt wird. Die Ereignisse existieren dann überhaupt erst durch den Narrativen Akt. Dieser Bedeutung des Narrativen Akts wird jedoch wenig Aufmerksamkeit geschenkt, so bemerkt Genette. Tatsächlich schließt sich hier aber die Frage nach der Definition von Fiktion einerseits und von Literatur als rein fiktionalem Erzählen andererseits an. Das von der kanonischen Literatur geprägte Verständnis von Fiktion, sieht im Narrativen Akt eine „reale narrative Situation vorgetäuscht“ die nicht erfindet sondern berichtet und dadurch „in jener Simulation [besteht], die Aristoteles Mimesis nannte.“

(J.L.)