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Iterative Reihe

Iterative Reihe ist ein Begriff der Erzähltheorie, den der Narratologe Gérard Genette nutzt, um die so genannten Wiederholungsbeziehungen (Frequenz) zwischen Erzählung und Geschichte zu analysieren. Die iterative Reihe bezeichnet mehrere Fälle desselben Ereignisses, die in der iterativen Erzählung durch eine einzige narrative Aussage synthetisch zusammengefaßt werden.
Die iterative Reihe setzt sich aus mehreren singulären Einheiten zusammen, die sich wiederholt im Laufe dieser Reihe ereignet haben.
Die iterative Reihe wird durch ihre diachronischen Grenzen (Determination) und die rhythmische Wiederkehr der sie bildenden Einheiten (Spezifikation) genauer definiert.
Der gesamte diachronische Umfang der wiederkehrenden Einheit und damit auch der synthetischen Einheit (also ihrer iterativen Erzählung) bezeichnet Genette als die Extension.


Beispiel einer iterativen Reihe (S. 91):

"Sonntage des Sommers 1890, bestehend aus 13 Einheiten, hier 13 Sonntagen."
Hier wären die diachronischen Grenzen Ende Juni bis Ende September 1890 und die Spezifikation der Einheiten lautet jeden siebten Tag.
Bei der Extension kann es sich hier um eine synthetisch-ideale Dauer von 24 Stunden handeln oder aber z.B. nur auf die Dauer vom Aufstehen bis zum Schlafengehen

(U.G.)