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Fokalisierung

Der Begriff der Fokalisierung bezieht sich auf den „Blickwinkel“, aus dem eine Geschichte erzählt werden kann. Der Narratologe Gérard Genette führt in seinen erzähltheoretischen Überlegungen erstmals eine Unterscheidung zwischen Perspektive und Stimme ein. Die Frage „Wer nimmt wahr?" trennt er von der Frage „Wer spricht?" (S. 132). Bei der ersten geht es um die so genannte Fokalisierung, die eine Form der „Informationsregulierung“ darstellt (S. 132). Der Erzähler kann durch die Wahl oder Nichtwahl eines Fokus, die Vermittlung der narrativen Information beeinflussen. Genette stellt drei unterschiedliche Fokalisierungstypen auf, die durch das Verhältnis des Erzählerwissens zu seinen Figuren bestimmt sind: Nullfokalisierung, externe und interne Fokalisierung (S. 134). Dabei ist festzuhalten, dass die verschiedenen Fokalisierungstypen selten durchgängig auftreten, so dass Fokalisierungswechsel in einer Geschichte häufig feststellbar sind. Gleichwohl dominiert in vielen Fällen ein Fokalisierungstyp (vgl. Genette S. 136).

Literatur
Genette, Gérard: Die Erzählung. 2. Auflage. München 1998.

(E.S.)