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Extradiegetische Ebene

Der Begriff extradiegetisch ist in der erzähltheoretischen Abhandlung „Die Erzählung“ von Gérard Genette verortet, einem umfassenden strukturalistischen Modell zur Struktur narrativer Texte. In seinen Betrachtungen zur Stimme – der narrativen Instanz – geht er neben Zeit der Narration und Person auch auf den Aspekt narrative Ebene ein, zu der die extradiegetische Ebene gehört. Die narrativen Ebenen geben Aufschluss über die relative Position des narrativen Aktes zur erzählten, diegetischen Welt, wobei Genette von einem generellen Ebenenunterschied ausgeht. „Jedes Ereignis, von dem in einer Erzählung erzählt wird, liegt auf der nächsthöheren diegetischen Ebene zu der, auf der der hervorbringende narrative Akt dieser Erzählung angesiedelt ist.“ („Die Erzählung“, S. 163) Nach diesem allgemeinen Schema ist die extradiegetische Narration die Grunddisposition – die 1. Stufe – jeder Erzählung: eine Instanz produziert außerhalb der erzählten Welt die Ereignisse auf der diegetischen (auch: intradiegetischen) Ebene.

Literatur: Gérard Genette: Die Erzählung. 2. Auflage München 1998.

K.Ko.