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Externe Fokalisierung

In der Erzähltheorie schaltet der Autor den Erzähler als eine Vermittlungsinstanz zwischen erzählte Geschichte und Leser ein. Dieser Erzähler kann mit verschiedenen „Wissenshorizonten“ ausgestattet sein. Laut dem Narratologen Gérard Genette gibt es drei verschiedene Typen von Fokalisierung (interne, externe und Nullfokalisierung). Sie werden je nach Wissenstand zwischen Erzähler und Figuren unterschieden. Bei der externen Fokalisierung sagt der Erzähler weniger als seine Figuren wissen können. Er beobachtet von außen und hat keinen Einblick in die Gefühle oder Gedanken der Figuren der Erzählung. Das Verfahren der externen Fokalisierung wird besonders in Abenteuer/Entdeckerromanen oder Kriminalromanen angewendet. So kann die Figur länger geheimnisvoll bleiben und der Autor kann eine Art „Rätselraten“ mit dem Leser herstellen. Beispiele der externen Fokalisierung sind der „Malteser Falke“ von D. Hammett oder Jules Verne und der Beginn von „In 80 Tagen um die Welt“, wenn Philéas Fogg erst von außen betrachtet wird, durch die Augen seiner Zeitgenossen.

Literatur
Genette, Gérard: Die Erzählung. 2. Auflage-München 1998, S.131-132.

(Cl.Sch.)