Springe direkt zu Inhalt

Workshop »Puppen Schreiben«

Gestaltung: Vreni Knödler

Gestaltung: Vreni Knödler

21./22. Januar 2021 digital via Zoom

News vom 22.10.2020

Die Puppe steht im Zentrum eines Spannungsfeldes kultureller Artefakte, welches sich über das Kinderspielzeug zum fetischisierten Objekt, über die Darstellung der Eigenarten und Pathologien des menschlichen Körpers hin zu seiner technologischen Überformung erstreckt. Die Herstellung von anthropomorphen Artefakten wie Puppen und Marionetten reicht dabei weit in die Kulturgeschichte zurück, doch sind sie spätestens seit der Moderne omnipräsent in der bildenden Kunst, in Film und Literatur. Als Grenzfigur zwischen Idealisierung und Alptraum, zwischen Natur und Artefakt stellt sich die Puppe als ein artifizielles Abbild des Menschen dar, welches in künstlerischen Darstellungen zu seiner Reflexionsfigur gerät.

Die Beiträge des Workshops loten in einzelnen Fallstudien die diskursiven Verhältnisse von Puppen, Marionetten und Maschinenmenschen zu ihren literarischen Modifikationen aus. Dabei sollen die spezifischen Eigenschaften und Darstellungsweisen der Puppen in ihrer medialen Übersetzung in den Text ebenso untersucht werden wie die kontextuellen Rückschlüsse auf die Puppe als kulturelles Artefakt. Welche Funktionen übernehmen Puppen jeweils in ihrer schriftlichen Repräsentation und ihrer spezifischen Materialität als reale Objekte und welche Herausforderungen ergeben sich für Schreibende bei der transmedialen Übersetzung von Objekten in Text?

Der im Rahmen des DFG-Projekts „Artefakte der Avantgarden 1885–2015“ organisierte zweitägige Workshop verhandelt grundlegende Forschungsparadigmen und methodologische Fragen einer literaturwissenschaftlichen Objektforschung. So sollen anhand der Puppe auch die Bedingungen und Möglichkeiten eines literaturwissenschaftlichen Umgangs mit Objekten sondiert und im interdisziplinären Dialog diskutiert werden.

Programm

Donnerstag, 21. Januar, via Zoom

18:00

Werkstattgespräch mit Thomas Hettche über seinen neuen Roman »Herzfaden«


Freitag, 22. Januar, via Zoom

10:00

Begrüßung und Einführung

Susanne Klimroth / Timo Sestu

10:30-12:00

Viewing Time 1 (asynchron)

    • Timo Sestu: Walzen, Steckstiftchen und ›Poetisierflechsen‹. Fiktionen und Realitäten schreibender Puppen um 1800
    • Christin Krüger: Puppensätze. Heinrich von Kleists »Über das Marionettentheater« und Hans Bellmer
    • Nina Tolksdorf: Pantomimen und Puppen – rhetorisch gelesen

12:00-12:45

Diskussion der Beiträge

12:45-13:00

Gemeinsame Pause

13:00-14:00

Mittagspause

14:00-15:30

Viewing Time 2 (asynchron)

    • Susanne Klimroth: Artefakt und Legende – Kokoschkas Alma Mahler-Puppe und Kurt Pinthus’ Zeugenschaft
    • Anna Seidel: Puppe und Pop: Françoise Cactus' Wollita als Text
    • Lara Tarbuk: Spielzeugpoesie. Nicolas Mahlers Gedichtband »dachbodenfund«

15:30-16:15

Diskussion der Beiträge

16:15-16:45

Kaffeepause & Pause

16:45-17:15

Abschlussdiskussion

Organisation

Susanne Klimroth & Timo Sestu

Anmeldung

Per Mail an die Veranstalter*innen. Sie erhalten dann die Zugangsdaten zu Zoom und zu den Materialien.


1 / 2