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Einstein-Zirkel "Asynchronien: Formen verschränkter Zeit in der Vormoderne"

Im von der Einstein-Stiftung Berlin geförderten Einstein-Zirkel ‚Asynchronien‘ kommen Wissenschaftler*innen aus Berlin und Brandenburg zusammen, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren (2017–2019) mit Aspekten von Zeitlichkeit in der Kunst der Vormoderne befassen wollen. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf komplexen Modellierungen von Zeitlichkeit, wie Ungleichzeitigkeit, Überzeitlichkeit oder dem Anachronismus.

Die in verschiedenen Disziplinen und Wissenschaftstraditionen teils sehr divergenten Zugriffe auf artifizielle Zeitentwürfe und -erfahrungen werden im Rahmen des Einstein-Zirkels ‚Asynchronien‘ erstmals für eine systematische Untersuchung der Kulturen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zusammengeführt. For­schungs­gegenstände sind Medien, Objekte und Narrative: Sprachen und Rhetoriken, lite­ra­­rische Genres und Entwürfe, Manuskripteinrichtungen und Editionstraditionen, kunsthistori­sche ‚Stile‘ bzw. Gestaltungsidiome, sowie die Ma­­te­rialität des einzelnen Artefakts. Ein Haupt­augenmerk liegt auf der Zeitlichkeit der Artefakte selbst, sowohl auf der Ebene der Re­präsentation als auch der Präsentation. Die Objekte werden hinsichtlich der Zeitlichkeit ihrer Hand­­ha­be und ihrer Ausstellung untersucht, aber auch hinsichtlich der spezifischen Zeitlichkeit ihrer Genese oder ihres materiellen Ver­falls.

Zudem sollen selbst- und meta­reflexive Strategien der epochentypischen Konfigurationen von Zeitlichkeit einbezogen werden, die zu Konstrukten wie ‚dem Mittelalter‘, ‚der Renaissance‘ und ‚der Frühen Neuzeit‘ geführt haben. Da­­mit wird ein differenzierter Blick auf Epochenzuschreibungen eröffnet, die sich auf Kon­­zepte von Temporalität stützen, und zwar auf historische ebenso wie auf gegenwärtige. Mit diesem Fokus widmet sich der Zirkel sowohl den Asynchronien in Kunst und Litera­tur als auch jenen in gelehrter und sozialer Praxis.

Lei­tung
Prof. Dr. Jutta Eming
Telefon (Aus­kunft)
über das Sekretariat Bräuer: Sylwia Bräuer, Raum JK 31/222 (030) 838 540 13
E-Mail (Aus­kunft)