Vittorio Maria Coraducci
Vittorio Maria Coraducci schloss sein Studium an der Universität Trient mit einer Dissertation über die Intertextualität der von Herodot überlieferten Orakelsprüche ab, die er unter der Betreuung von Prof. Maurizio Giangiulio verfasste. Die Doktorarbeit, an der er derzeit an der Universität Genua unter der Betreuung von Prof. Francesca Gazzano arbeitet, hat zum Ziel, das Phänomen der Intertextualität innerhalb des Korpus der griechischen Orakel in Versform zu untersuchen, um Einblick in das Milieu zu gewinnen, das sie hervorgebracht und überliefert hat. Den jüngsten Forschungsergebnissen zufolge stellen Orakel eine Form des kulturellen Ausdrucks von hoher gesellschaftlicher Bedeutung dar: als solche – ohne dabei verallgemeinern zu wollen – ist ihr Urheber in der social memory ganzer Gemeinschaften zu suchen, die durch die Weitergabe der Geschichte der Orakel und deren Neugestaltung bei jeder performance Schritt für Schritt ihre eigene Tradition ‘erfanden’. In dem soeben beschriebenen Kontext kann eine Untersuchung der Intertextualität dieser Texte einen nützlichen Anhaltspunkt liefern, um Rückschlüsse auf das historische und intellektuelle Umfeld zu ziehen, aus dem sie stammen.

