Raffaele Cesaro
Raffaele Cesaro ist derzeit Humboldt-Stipendiat an der Freien Universität Berlin. Nach seinem Master in Moderner Philologie, den er 2013 an der Universität Neapel „Federico II“ erwarb, promovierte er 2017 mit einer Dissertation in italienischer Literaturwissenschaft an der Universität Salerno.
Er war in Forschung und Lehre an verschiedenen italienischen und ausländischen Einrichtungen tätig, darunter an der Université de Genève, der Scuola Superiore Meridionale und dem Istituto Nazionale di Studi sul Rinascimento. Darüber hinaus hat er an nationalen und internationalen Forschungsprojekten mitgewirkt, wie beispielsweise RDP. Le rime disperse di Francesco Petrarca: l’altra faccia del Canzoniere (Genf) und The CLALI Project: A Corpus for Studying the Language of Autographs of Italian Writers (1450–1550) (Universität La Sapienza Rom). Im Jahr 2023 erlangte er die nationale wissenschaftliche Habilitation für die Tätigkeit als außerordentlicher Universitätsprofessor im Fachbereich Italienische Sprachwissenschaft und Philologie.
Seine Forschungsinteressen gelten vor allem der Geschichte und Tradition der italienischen Literatur des Mittelalters und der Renaissance, mit besonderem Schwerpunkt auf der toskanischen Volksdichtung des 14. und 15. Jahrhunderts, den nicht-kanonischen Versformen, der Laienliteratur und dem Petrarkismus.
Er ist Autor zahlreicher Beiträge, die in wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden erschienen sind, und hat die historisch-kritischen Ausgaben der Rime von Gano da Colle, des Corbaccino von Lodovico Bartoli – einer Bearbeitung des Corbaccio von Giovanni Boccaccio in Oktavenreim – sowie des Contrasto delle donne von Antonio Pucci herausgegeben.
Das Projekt, das er in Berlin durchführt, widmet sich der philologischen und literaturhistorischen Untersuchung der Gedichtsammlungen von Tommaso Baldinotti, die im eigenhändigen Manuskript A 58 der Biblioteca Forteguerriana in Pistoia aufbewahrt werden. Das Projekt hat zum Ziel zu untersuchen, wie Baldinotti das Modell der Fragmenta neu überarbeitet und es mit klassischen, biblischen, patristischen und neuplatonischen Quellen kombiniert, um Formen und Entwicklungen des Petrarkismus des 15. Jahrhunderts im Kreise Lorenzo de Medicis zu erforschen.

