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Jonas Cantarella

Cantarella (geb. Skell)_Privat
Bildquelle: Privat

Freie Universität Berlin

Friedrich Schlegel Graduiertenschule

Projekt: Schreibweisen der Alltäglichkeit (1780–1860)

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK 33/134
14195 Berlin

Sprechstunde

nach Vereinbarung per Mail.

Aktuelles

Am 10./11. Oktober findet die Tagung ‚Zeiten der Alltäglichkeit‘ im Seminarzentrum der FU Berlin statt. Link zum Programm.

Jonas Cantarella (geb. Skell) studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und an der Università Bocconi in Mailand (2011–2014) sowie Kunstgeschichte und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universiät Berlin (2014–2020). Beide Studiengänge wurden von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Ein Projektstipendium der Friedrich Schlegel Graduiertenschule (06/2019–02/2020) unterstützte die Arbeit am Promotionsexposé und seit Mai 2020 ermöglicht ein Stipendium der Studienstiftung die von Michael Gamper betreute Promotion zu Schreibweisen der Alltäglichkeit (1780–1860). Von Januar bis April 2022 verbrachte Jonas Cantarella einen Forschungsaufenthalt an der Södertörn University in Stockholm. 

In zwei Semestern unterrichtete Jonas Cantarella die Übung im Fach Analysis (2012/13). Als studentische Hilfskraft arbeitete er unter anderem bei der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz (2015–2019) mit den Sprechern Klaus Krüger und Peter Geimer sowie für das DFG-Teilprojekt Ästhetische Eigenzeiten literarischer Physik unter der Leitung von Michael Gamper (2018–2020). Im Sommersemester 2022 vertrat Jonas Cantarella eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Michael Gamper am Peter Szondi-Institut der Freien Universität. 

SS 2022: 

Seminar 16409: Poetiken des Tages in Literatur und Medien um 1800  

WiSe 2021/22:

Hauptseminar 16072: Philosophien der Alltäglichkeit (gemeinsam mit Dina Emundts und Michael Gamper)

Dissertationsprojekt: Schreibweisen der Alltäglichkeit (1780–1860)

Bevor das Alltägliche im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Bezugspunkt künstlerischer Auseinandersetzung avancierte, war es über weite Strecken der europäischen Kulturgeschichte aus den Bereichen von Kunst, Literatur, Philosophie oder Wissenschaft ausgeschlossen. Gerade die Literatur behandelte lange Zeit fast ausschließlich das Außerordentliche und Besondere, eben das alles Alltägliche Überschreitende. Ganze Gattungen waren darüber definiert, besonders prägnant etwa die Hymne, die Tragödie oder das Epos.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt die Formierungsphase von Alltäglichkeit in der deutschsprachigen Literatur zwischen 1780 und 1860. Ausgegangen wird von der Beobachtung, dass Alltäglichkeit um 1800 besonders in anthropologischen Kontexten in einer neuen Häufigkeit und Qualität in Erscheinung tritt und vor allem in literarischen Prosatexten Kontur gewinnt. Anhand eines exemplarischen textuellen Zusammenhangs sollen folgende Hauptfragen verfolgt werden:

  1. Wie wird Alltäglichkeit von literarischen Texten jeweils modelliert? Welche Aspekte von Wirklichkeit werden im Zusammenhang mit Alltäglichkeit thematisiert?
  2. Wie wird Alltäglichkeit historisch in den Darstellungsbereich der fiktionalen Literatur integriert?
  3. Welchen Transformationen und Konstanten unterliegt ihre Gestaltung im Übergang von der Goethe- zur Heinezeit?
  4. Inwiefern verändert sich die Literatur durch diese Erweiterung ihres Darstellungsbereichs? Welche neuen Schreibweisen treibt Alltäglichkeit hervor?

Aufsätze und Herausgaben

Von Bürgerbauern und Proletariern. Narrative der Transformation in der Dorfgeschichte des Vormärz. In: Sandra Markewitz, Jean-Christophe Merle (Hrsg.): Menschenrechte im Vormärz, Bielefeld 2019 (Forum Vormärz Forschung, Jahrbuch 24/2018), S. 221–242. 

Der Tod in Rom. Prekäre Liminalität in Josef Winklers Novelle Natura morta. In: Pavlos Dimitriadis et al.: Literatur & Ritual. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik Berlin 2017, Berlin 2019, S. 145–159. 

Hrsg.: Literatur & Ritual. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik Berlin 2017, Berlin 2019. Zusammen mit Pavlos Dimitriadis, Serafin Dinges, Jonathan Frisch, Agatha Frischmuth, Chanah Kempin, Julian Maresch und Paul Wolff. 

Von der Forschung zum Roman. Transferbewegungen in Hubert Fichtes Auseinandersetzung mit der Ethnografie. In: Erika Unterpertinger et al.: Literatur + Transfer. Tagungsband des 9. Studierendenkongresses der Komparatisitk. 21.–23. Juni 2018, Wien 2020, S. 41–58. Zusammen mit Paul Wolff. 


Rezensionen und Berichte

Rezension zu Karl Gutzkow: Maha Guru. Geschichte eines Gottes / Ueber Göthe im Wendepunkte zweier Jahrhunderte. Mit weiteren Texten Gutzkows zur Goethe-Rezeption im 19. Jahrhundert / Kleine autobiographische Schriften und Memorabilien. In: Ästhetik im Vormärz, Bielefeld 2021 (Forum Vormärz Forschung, Jahrbuch 26/2020), S. 416-426.

Rezension zu Georg Herwegh: Prosa 1833–1848. Bearbeitet von Hendrik Stein, Bielefeld 2019 (Bd. 3 der Werke und Briefe. Kritische und kommentierte Gesamtausgabe. Hrsg. v. Ingrid Pepperle). In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 257 (2/2020), S. 423–425.

Lektüre und Geschlecht im 18. Jahrhundert. Zur Situativität des Lesens zwischen Einsamkeit und Geselligkeit (Tagung in Berlin v. 21.–22.2.2019). In: Zeitschrift für Germanistik 3/2019, S. 617–619. Zusammen mit Paul Wolff und Lena Hein. 


Organisation

Tagung zu ‚Zeiten der Alltäglichkeit‘, Freie Universität Berlin, 10./11. Oktober 2022. Zusammen mit Dina Emundts und Michael Gamper. Link zum Programm.

Tagungsbericht: Jonas Scharz: Die Flüchtigkeit des Alltags. 

Interdisziplinärer Lesekreis zur Alltäglichkeit, regelmäßige Treffen via Zoom seit Mai 2021. Zusammen mit Dina Emundts und Michael Gamper. 


Vorträge/Diskussionsbeiträge

Alltagsalternativen. Über die ‚Empfindung des Alltäglichen‘ in der Spätaufkärung, Gastvortrag im Forschungskolloquium von Prof. Dr. Juliane Vogel und PD Dr. Florian Schneider, Universität Konstanz, 23. Juni 2022.

Affirming the Day. Instantaneity and Wholeness in Karl Philipp Moritz’s Popular Philosophy, Workshop: Affirmation (PhD-Austausch mit der Södertörn University, Stockholm), Freie Universität Berlin, 25.–26. April 2022. 

Ethik der Zeit. Zur Anthropologie der Kalendergeschichten Johann Peter Hebels, zu Gast im Basiskurs Kalendergeschichten vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, Leitung: Anita Martin, Institut für Germanistik der Universität Bern, 22.03.2022. Zusammen mit Pavlos Dimitriadis.

Die Genese der Alltäglichkeit. Karl Philipp Moritz’ Blick auf das alltägliche Leben (1786), Gastvortrag beim Abschlusssymposium des interuniversitären Seminars Alltagsliteratur, Leitung: Prof. Dr. Joachim Grage, Skandinavisches Seminar der Universität Freiburg, 11. Februar 2022. 

Alltägliches Schreiben. Die Lebensbeschreibungen Jean Pauls, Workshop: The Poetics and Practices of the Everyday. The Art of Prose, Columbia University New York, 29.–30. März 2019.

Von Bürgerbauern und Proletariern. Narrative der Transformation in der Dorfgeschichte des Vormärz, 9. Forum Junge Vormärzforschung, Bergische Universiät Wuppertal, 21. April 2018. 

Der Tod in Rom. Anti-Struktur und Communitas in Josef Winklers Novelle Natura morta, 8. Studierendenkongress Komparatistik, Freie Universität Berlin, 9.–11. Juni 2017. 

Zur Website Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften
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