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Jonas Cantarella

Cantarella (geb. Skell)_Privat
Bildquelle: Privat

Freie Universität Berlin

Friedrich Schlegel Graduiertenschule

Schreibweisen der Alltäglichkeit (1780–1860)

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin

Jonas Cantarella (geb. Skell) studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und an der Università Bocconi in Mailand (2011–2014) sowie Kunstgeschichte und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universiät Berlin (2014–2020). Beide Studiengänge wurden von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Ein Projektstipendium der Friedrich Schlegel Graduiertenschule (06/2019–02/2020) unterstützte die Arbeit am Promotionsexposé und seit Mai 2020 ermöglicht ein Stipendium der Studienstiftung die von Michael Gamper betreute Promotion zu Schreibweisen der Alltäglichkeit (1780–1860).

In zwei Semestern unterrichtete Jonas Skell die Übung im Fach Analysis (2012/13). Als studentische Hilfskraft arbeitete er unter anderem bei der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz (2015–2019) mit den Sprechern Klaus Krüger und Peter Geimer sowie für das DFG-Teilprojekt Ästhetische Eigenzeiten literarischer Physik unter der Leitung von Michael Gamper (2018–2020).

Dissertationsprojekt: Schreibweisen der Alltäglichkeit (1780–1860)

Bevor das Alltägliche im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Bezugspunkt künstlerischer Auseinandersetzung avancierte, war es über weite Strecken der europäischen Kulturgeschichte aus den Bereichen von Kunst, Literatur, Philosophie oder Wissenschaft ausgeschlossen. Gerade die Literatur behandelte lange Zeit fast ausschließlich das Außerordentliche und Besondere, eben das alles Alltägliche Überschreitende. Ganze Gattungen waren darüber definiert, besonders prägnant etwa die Hymne, die Tragödie oder das Epos.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt die Formierungsphase von Alltäglichkeit in der deutschsprachigen Literatur zwischen 1780 und 1860. Ausgegangen wird von der Beobachtung, dass Alltäglichkeit um 1800 besonders in anthropologischen Kontexten in einer neuen Häufigkeit und Qualität in Erscheinung tritt und vor allem in literarischen Prosatexten Kontur gewinnt. Anhand eines exemplarischen textuellen Zusammenhangs sollen folgende Hauptfragen verfolgt werden:

  1. Wie wird Alltäglichkeit von literarischen Texten jeweils modelliert? Welche Aspekte von Wirklichkeit werden im Zusammenhang mit Alltäglichkeit thematisiert?
  2. Wie wird Alltäglichkeit historisch in den Darstellungsbereich der fiktionalen Literatur integriert?
  3. Welchen Transformationen und Konstanten unterliegt ihre Gestaltung im Übergang von der Goethe- zur Heinezeit?
  4. Inwiefern verändert sich die Literatur durch diese Erweiterung ihres Darstellungsbereichs? Welche neuen Schreibweisen treibt Alltäglichkeit hervor?

Aufsätze und Herausgaben:

Von Bürgerbauern und Proletariern. Narrative der Transformation in der Dorfgeschichte des Vormärz. In: Sandra Markewitz, Jean-Christophe Merle (Hrsg.): Menschenrechte im Vormärz, Bielefeld 2019 (Forum Vormärz Forschung, Jahrbuch 24/2018), S. 221–242. 

Der Tod in Rom. Prekäre Liminalität in Josef Winklers Novelle Natura morta. In: Pavlos Dimitriadis et al.: Literatur & Ritual. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik Berlin 2017, Berlin 2019, S. 145–159. 

Hrsg.: Literatur & Ritual. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik Berlin 2017, Berlin 2019. Zusammen mit Pavlos Dimitriadis, Serafin Dinges, Jonathan Frisch, Agatha Frischmuth, Chanah Kempin, Julian Maresch und Paul Wolff. 

Von der Forschung zum Roman. Transferbewegungen in Hubert Fichtes Auseinandersetzung mit der Ethnografie. In: Erika Unterpertinger et al.: Literatur + Transfer. Tagungsband des 9. Studierendenkongresses der Komparatisitk. 21.–23. Juni 2018, Wien 2020, S. 41–58. Zusammen mit Paul Wolff. 


Rezensionen und Berichte

Lektüre und Geschlecht im 18. Jahrhundert. Zur Situativität des Lesens zwischen Einsamkeit und Geselligkeit (Tagung in Berlin v. 21.–22.2.2019). In: Zeitschrift für Germanistik 3/2019, S. 617–619. Zusammen mit Paul Wolff und Lena Hein. 


Vorträge

Alltägliches Schreiben. Die Lebensbeschreibungen Jean Pauls, Workshop: The Poetics and Practices of the Everyday. The Art of Prose, Columbia University New York, 29.–30. März 2019.

Von Bürgerbauern und Proletariern. Narrative der Transformation in der Dorfgeschichte des Vormärz, 9. Forum Junge Vormärzforschung, Bergische Universiät Wuppertal, 21. April 2018. 

Der Tod in Rom. Anti-Struktur und Communitas in Josef Winklers Novelle Natura morta, 8. Studierendenkongress Komparatistik, Freie Universität Berlin, 9.–11. Juni 2017. 

Zur Website Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften
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