Caroline Schubert

Caroline Schubert

Freie Universität Berlin

Friedrich Schlegel-Graduiertenschule

Alumna der FSGS

Defiguration der Schrift. Tintenkleckserei, Makulatur und Schreibfehler bei E.T.A. Hoffmann und Nikolaj Gogol'

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK 33/105
14195 Berlin

Caroline Schubert hat Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Osteuropastudien an der Freien Universität Berlin studiert.

Während ihres Studiums arbeitete sie als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Kultur des Osteuropainstituts sowie in verschiedenen international orientierten linguistischen und literaturwissenschaftlichen Projekten, zuletzt am Porter Institut für Poetik und Semiotik der Universität Tel Aviv, Israel. Nach dem Studium folgte eine Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Osteuropainstitut der Freien Universität.

Von Oktober 2014 bis September 2015 war Caroline Schubert PreDoc der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule.

2015 und 2016: Mehrmonatige Forschungsaufenthalte in Moskau, Russland, zuletzt am Institut für Russische Philologie der Vysšaja škola ėkonomiki (Higher School of Economics).

Caroline Schubert war von Oktober 2015 bis Januar 2019 Stipendiatin an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule.

SoSe 2014: Dopplungen. Strukturen und Motive um Körper, Raum und Schrift bei E.T.A. Hoffmann und Nikolaj Gogol'

(Osteuropainstitut FU Berlin/ Peter Szondi-Institut für Allg. u. Vgl. Literaturwissenschaft FU Berlin)

WiSe 2015/16: Praxisseminar zur Ringvorlesung "Schreiben als Ereignis. Künste und Kulturen der Schrift" (gemeinsam mit Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm)

(Institut für Deutsche und Niederländische Philologie FU Berlin)

Forschungsinteressen:

- Schreibszenenforschung

- Druckmediengeschichte und Ästhetik

- Deutsche und russische Literatur insb. des 19. Jahrhunderts

- Ästhetik der Romantik

Titel der Dissertation (eingereicht am 30.01.2019):

"Defiguration der Schrift. Tintenkleckserei, Makulatur und Schreibfehler bei E.T.A. Hoffmann und Nikolaj Gogol'"

Kurzzusammenfassung:

Die Arbeit untersucht die Schreib- und Schriftpoetiken von E.T.A. Hoffmann und Nikolaj Gogol' über ausgewählte Texte und handschriftliche Zeugnissen beider Autoren. Die Thematisierung der materiellen Dimension des Schreibens und Lesens – sowohl in der Form des gedruckten Buches oder beschriebenen Pergaments als auch über seine Instrumente wie Feder und Druckpresse, Utensilien wie Tinte und Papier – erfolgt dabei in den Texten der beiden Autoren häufig über Phänomene der Defiguration der Schrift. Der Tintenfleck auf der Schrift, der Schreibfehler, der fragmentarische Text als Fetzen einer Makulatur stellen - auch als auffällige und bedeutsame Phänomene in den handschriftlichen Hinterlassenschaften - den Bruch der Schriftfigur dar, deren distinkte Definiertheit aus Buchstabenfigur und Hintergrund, bzw. deren Ausrichtung gestört wird. Die Transzendierung des schriftlichen Zeichens als materiell sicht- und berührbares wird, wenn auch nicht in allen Fällen verhindert, so dennoch aufgehalten, und so auf die Materialität des Schriftlichen hingewiesen. Eine die Materialität der Schrift vergessende Transzendierung des schriftlichen Zeichens auf seinen Sinn hin, die immer wieder in eine Opposition zu einem Bewusstsein von der Materialität der Schrift gestellt worden ist, wird hierbei verhindert.

Die Arbeit geht davon aus, dass die Bedeutung der Phänomene der Defiguration der Schrift in den Texten der beiden Autoren vor dem Hintergrund von als Figuren konzipierten ästhetischen Begriffen der romantischen Literatur untersucht werden muss. Die Arbeit untersucht dabei diese Phänomene (Tintenfleck etc.) als einen Kontrast zu Figuren wie der romantischen Arabeske und Hieroglyphe und verfolgt die These, dass sie in einem dynamischen Verhältnis zu diesen zu beschreiben sind. Zudem wird die Arbeit zeigen, dass sich Thematisierungen der schriftlichen Materialität durch Phänomene der Defiguration der Schrift bei beiden Autoren vor dem Hintergrund von satirisch-abwertenden Erwähnungen der materiellen Dimension des Schriftlichen (in literarischen, publizistischen und essayistisch-philosophischen Texten) der Zeit um 1800 herauskristallisieren, aber schriftliche Materialität nicht in diesem satirischen Sinne ausstellen, sondern sie als poetologisch bedeutend zeigen.

Organisierte Veranstaltungen:

WiSe 2015/16: Konzeption und Organisation der Ringvorlesung im Programm "Offener Hörsaal" der FU Berlin:

"Schreiben als Ereignis. Künste und Kulturen der Schrift"

(gemeinsam mit Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm und Dr. Klaus Ulrich Werner)

Vorträge:

2018 Oktober

 

„Gogol's Kreise. Über Autorsignaturen und kalligraphische Schwünge“

Tagung „Bild und Ding in der europäischen Romantik“ an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (Organisatoren Jakob C. Heller/ Erik Martin / Sebastian Schönbeck)

 

2018 April

„Wild Writing. Gogol’s Zapiski sumasshedshego and the Medial Turn of the 1830s in Russia“ (im gemeinsamen Panel mit Torben Philipp (Slawistik HU Berlin) und Vitali Taichrib (OEI FU Berlin): Excesses of Perception. The Inaccessible in Russian Literature from the 1830s to the Present, BASEES 2018 Annual Conference, Cambrigde UK)

   

2017 September

„Petrifikation, Verkapselung, Kristallisation. Stillstand und Vergegenwärtigung bei E.T.A. Hoffmann“ (Jahrestagung Fabrics of Time der Friedrich Schlegel Graduiertenschule)

 

2017 Juli

„Arabeske Bildlichkeit bei E.T.A. Hoffmann – Allegorisches Schreiben als Vergegenwärtigungsästhetik?“ (Summer School der Friedrich Schlegel Graduiertenschule Die Rhetorik(en) der Literaturwissenschaft)

 

2017 Juni

„Hoffmanns Kleckse“ (Forschungsforum der Jahrestagung der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft in Berlin)

 

Herausgeberschaft:

Schreiben als Ereignis. Künste und Kulturen der Schrift. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, 2018 (zus. mit Jutta Müller-Tamm u. Klaus Ulrich Werner).

Aufsätze:

Gogol's Kreise. Über Autorsignaturen und kalligraphische Ründe, in: Jakob C. Heller, Erik Martin, Sebastian Schönbeck (Hrsg.): Bild und Ding in der europäischen Romantik. Berlin: De Gruyter 2020 (im Erscheinen).

Einleitung, in: Jutta Müller-Tamm, Caroline Schubert, Klaus Ulrich Werner (Hrsg.): Schreiben als Ereignis. Künste und Kulturen der Schrift. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, 2018, S. 1–14 (zus. mit Jutta Müller-Tamm u. Klaus Ulrich Werner).

"Schrift als Materialrest. N.V. Gogol’s Ivan Fedorovič Špon’ka i ego tetuška (Ivan Fedorovič Spon’ka und sein Tantchen)", in:
Jutta Müller-Tamm, Caroline Schubert, Klaus Ulrich Werner (Hrsg.): Schreiben als Ereignis. Künste und Kulturen der Schrift. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, 2018, S. 111-134.

"Der klecksende Autor. Gesten der Fiktionalisierung bei E.T.A. Hoffmann", in: Autor und Werk. Wechselwirkungen und Perspektiven. Textpraxis, Sonderausgabe#3 (2, 2018), hg. von Svetlana Efimova.

https://www.textpraxis.net/caroline-schubert-der-klecksende-autor

Rezensionen:

Daniel Bunčić, Sandra L. Lippert, Achim Rabus (Eds.): Biscriptality. A sociolinguistic typology. With contributions by Anastasia Antipova, Carmen Brandt, Ekaterina Kislova, Henning Klöter, Alexandra von Lieven, Sandra L. Lippert, Helma Pasch, Achim Rabus, Jürgen Spitzmüller, Constanze Weth. Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2016. 425 S.

Erscheint 2019 in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, jgo.e-reviews 2 (2019): recensio.net

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