Seminare & Colloquien der FSGS im Sommersemester 2019

Forschungskolloquium „Der Streit um die Kritik“ des Projektes „Das Philologische Laboratorium. Neue Modelle des Umgangs mit Kunst jenseits der Kritik“ (Bereich: Literatur und Wissen)

Leitung: Prof. Dr. Michel Chaouli
Zeit: dienstags 16:00–18:00 Uhr
Ort: Konferenzraum der FSGS (JK 33/121)
Erste Sitzung: 09.04.2019
Kontakt: labor@fsgs.fu-berlin.de

In diesem Kolloquium wird die Diskussion um den Kritikbegriff fortgesetzt, die das Philologische Laboratorium im Sommersemester 2018 begonnen hat. Während es in der Auftaktveranstaltung jedoch um eine an den klassischen Texten (Kant, Marx, Nietzsche, Freud) orientierte ‚Genealogie der Kritik‘ ging, stehen diesmal die aktuellen Debatten und Kontroversen um den Kritikbegriff im Fokus. Denn in den Geistes- und Sozialwissenschaften der Gegenwart wird leidenschaftlich über den Nutzen und Nachteil der Kritik gestritten: Während einige die Errungenschaften der Ideologie- und Sozialkritik in Gefahr sehen und – im Angesicht aktueller Krisen und politischer Konflikte – zu einer Reaktivierung kritischen Denkens aufrufen, befassen sich andere mit den ‚Grenzen der Kritik‘ und stehen für eine post-kritische Wende ein. Dass von dieser Auseinandersetzung gerade auch die Literaturwissenschaft betroffen ist, zeigt sich etwa an den Diskussionen um Ricœurs Konzeption einer ‚Hermeneutik des Verdachts‘, die in den letzten Jahren Anlass zur Entwicklung neuer Modelle des Lesens und der Interpretation gegeben haben (‚Surface Reading‘, ‚Reparative Reading‘, etc.).

Das Kolloquium will den Teilnehmenden einerseits die Gelegenheit bieten, sich mit den verschiedenen Positionen der Debatte um Kritik und Post-Kritik vertraut zu machen. Andererseits wollen wir die Diskussion der diversen theoretischen Perspektiven nutzen, um über die eigene kritische Praxis nachzudenken. Unter anderem werden wir Texte von Luc Boltanski und Ève Chiapello, Rahel Jaeggi, Bruno Latour, Benjamin Noys, Rita Felski, Eve Kosofsky Sedgwick, Sharon Marcus und Walter Benn Michaels lesen. Auch Besuche von auswärtigen Gästen sind geplant.

Der Besuch der Veranstaltung im Sommersemester 2018 (‚Genealogie der Kritik‘) ist keine Voraussetzung für die Teilnahme am diesjährigen Kolloquium.

Seminar: Weltliteratur und Globalisierung (Bereich: Literatur in transnationaler Perspektive)

Leitung: Prof. Dr. Cordula Lemke
Zeit: dienstags 18:00–20:00 Uhr
Ort: Konferenzraum der FSGS (JK 33/121)
Erste Sitzung: 09.04.2019

Nationale Bewegungen haben schon immer die Nähe zur Literatur gesucht, wie besonders im Epos zu beobachten ist. Und so ist es wenig überraschend, dass auch Globalisierungstendenzen diese Verbindung in sich bergen. Seit Wielands Begriff der „Weltliteratur“ werden literarische Texte im Gefüge einer immer enger zusammenwachsenden Welt verortet. Dabei wechselt die Begrifflichkeit mit dem Machtgefüge der fortschreitenden Globalisierung. 'Weltliteratur' wurde zu 'Weltliteraturen', um schließlich als 'transnationale Literatur' eine neue Bestimmung zu finden. In diesem Seminar wollen wir diese Entwicklung in der Theoriebildung wie auch in literarischen Texten aufsuchen. In der ersten Sitzung werden wir gemeinsam einen Seminarplan erarbeiten, der individuelle Präferenzen oder Anknüpfungspunkte an eigene Projekte berücksichtigt.


Die Lesekreise der FSGS im Sommersemester 2019 finden Sie hier.

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