Springe direkt zu Inhalt

Poeten-Lounge: 1968

Lesung und Diskussion
Datum: 14. Juni 2008
Ort: FU Berlin, Philologische Bibliothek
Einführung: Prof. Peter-André Alt

Im Rahmen der "Langen Nacht der Wissenschaften" am 14. Juni 2008 in der Lounge im obersten Stockwerk der von Lord Norman Foster entworfenen Philologischen Bibliothek wurde in einer Lesung mit anschließender Diskussion das Jahr 1968 im Spiegel der zeitgenössischen Literatur betrachtet.

Emine Sevgi Özdamar wurde im türkischen Malatya geboren, absolvierte die Schauspielschule in Istanbul und arbeitete als Schauspielerin unter anderem an Theatern in Berlin, Paris, Avignon und Bochum. Zu den literarischen Auszeichnungen, die sie erhalten hat, gehören der Ingeborg Bachmann Preis (1991) und der Walter Hasenclever-Preis (1993). Sie hat zahlreiche Theaterstücke, Erzählungen und Romane veröffentlicht; zu den bekanntesten Veröffentlichungen zählen der 1992  erschienenen Roman Das Leben ist eine Karawanserei hat zwei Türen aus einer kam ich rein aus der anderen ging ich raus, der 1998 veröffentlichte Roman Die Brücke zum Goldenen Horn und der 2003 publizierte Roman Seltsame Sterne starren zur Erde. In diesem Roman schildert sie die geteilte Stadt Berlin in der Atmosphäre des deutschen Herbstes.

Leander Scholz wurde 1969 in Aachen geboren, studierte Philosophie in Bonn und Paris. Für seine Promotion über politische Klugheitslehren erhielt er den Bonner Universitätspreis (GEFFRUB). Er ist Mitbegründer des Tropen Verlags sowie freier Mitarbeiter der Wochenzeitung Freitag und beim Deutschlandfunk. Seit April 2008 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) der Bauhaus-Universität in Weimar. Zu seinen literarischen Veröffentlichungen gehören die Romane Jungfernpergament (1995); Rosenfest (2001), Windsbraut (2002) und Fünfzehn falsche Sekunden (2005). In dem Roman Rosenfest erzählt er die Geschichte der Beziehung zwischen Gudrun Ensslin und Andreas Baader.

Peter Schneider wurde 1940 in Lübeck geboren und studierte von 1959 bis 1964 Deutsch, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Freiburg, München und Berlin. Von 1966 bis 1972 war er aktiv in den Studentenbewegungen in Berlin und im italienischen Trento. Seit 1985 ist er regelmäßig als "Writer in Residence" und Gastprofessor für kreatives Schreiben an amerikanischen Universitäten tätig. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen die Erzählung Lenz (1973), das Drehbuch zu Reinhard Hauffs Film Messer im Kopf (1979), die Erzählung Der Mauerspringer (1982), der Roman Paarungen (1992) und der Roman Skylla (2005). Zuletzt erschien die autobiographische Erzählung Rebellion und Wahn. Mein 68 (2008), in der Peter Schneider seine Tagebuchaufzeichnungen aus den späten 60er und frühen 70er Jahren einer kritischen Revision unterzieht.

Peter-André Alt wurde 1960 geboren und studierte von 1979 bis 1984 an der Freien Universität Berlin Germanistik, Politischen Wissenschaft, Geschichte und Philosophie, an die er nach Professuren in Bochum und Würzburg 2005 als Professor zurückkehrte. Er promovierte 1984 mit einer Arbeit über Thomas Mann und Robert Musil und habilitierte sich 1993 mit einer Studie zur literarischen Allegorie. Aus seinen zahlreichen Veröffentlichungen seien die letzten Monographien genannt: Franz Kafka. Der ewige Sohn (2005), Von der Schönheit zerbrechender Ordnungen. Körper, Politik und Geschlecht in der Literatur des 17. Jahrhunderts (2007), Die Verheißungen der Philologie (2007) und Klassische Endspiele. Das Theater Goethes und Schillers (2008). Seit 2008 leitet er als Direktor die im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder geförderte Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.