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DIS(S)-CONNECT III – Wie Medien uns trennen und verbinden

Plakat Dis(s)-Connect

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© Workshop-Team

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Interviewbericht zum Workshop

(7. bis 9. Oktober 2021, Freie Universität Berlin)

Kai Padberg und Hannah Schünemann: Der Workshop „Dis(s)connect III. Wie Medien uns trennen und verbinden“ hat hier an der FU in Berlin vom 7. bis zum 9. Oktober stattgefunden und war der dritte Teil einer Workshop-Reihe, die bereits in Mainz und Wien eine Ausgabe erlebt hat. Was ist der Grundgedanke hinter diesem Konzept? Habt ihr das Ursprungskonzept hier in Berlin fortgeführt? Was hat sich verändert?

Omid Mashhadi: Genau, der Workshop hatte bereits zweimal stattgefunden und das Grundkonzept war, wie das Motto immer noch sagt, „Wie Medien uns trennen und verbinden“. Für uns war es wichtig, einige Themen zu diskutieren, die mit „medialen Gefügen" und größeren Begriffen wie Medialität, Publikum, Immersion oder Wissen zu tun haben. Das inhaltliche Konzept haben wir in mehreren Phasen zusammengestellt: Beim Verfassen des Aufrufs wählten wir, das Organisationsteam, die grundlegenden Ideen und Themen aus und fügten nach und nach einige andere Themen hinzu, die in den vorherigen zwei Workshops nicht behandelt wurden, wie z. B. das Thema „Publikum“. Da wir glauben, dass wir immer von „medialen Gefügen“ umgeben sind, haben wir uns auch die Frage gestellt, was die „neuen medialen Gefüge“ sind, z. B. zeigen uns digitale Kollaborationen im Theater wie neue mediale Produktionsformen und Inhalte durch die Pandemie entstehen.

KP und HS: Wie hast Du die Vorbereitung des Workshops erlebt? Wo habt ihr Unterstützung erfahren? Könntest Du kurz schildern wie der Ablauf war und was für besondere Hürden und Lernerfahrungen Du hattest?

OM: Im Zuge des Versuchs den Workshop dieses Mal an die FU zu holen, haben wir gleichzeitig die Verbindung zwischen dem Workshop und unseren eigenen Forschungsinteressen gesucht. Wir haben gemeinsam an der Organisationsstruktur, dem Aufruf und dem Konzept gearbeitet und mussten uns auch bei verschiedenen Institutionen bewerben, um eine Finanzierung zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war der schwierigste Teil, würde ich sagen, die Tatsache, dass wir noch nicht wussten, ob der Workshop wegen der Pandemie in Präsenz stattfinden kann. Es war uns aber ein sehr wichtiges Anliegen den Workshop in Präsenz durchzuführen. Wir haben für diese Version eines Präsenz-Workshops Fördermittel von der FSGS, der Ernst-Reuter-Gesellschaft und der Frauenbeauftragten erhalten. Im Laufe der Zeit ist es uns gelungen, verschiedene Ideen zu entwickeln, um diesen Workshop in einer sicheren Präsenzversion durchführen zu können, die zum einen Hygienevorschriften beinhaltet und zum anderen eine wissenschaftliche Interaktion ermöglicht, die nicht nur aus Präsentationen besteht.

KP und HS: Wie war es das erste Mal nach einer langen Zeit ohne Präsenzveranstaltungen wieder live zusammenzutreffen?

OM: Das Live-Format hat uns daran erinnert, wie wichtig es ist, sich von seinen Kolleg*innen inspirieren zu lassen, eben nicht nur durch die digitalen Möglichkeiten, sondern dadurch, dass man sich sieht, Kontakte knüpft und sich auf offenere Weise vernetzt. Neben den Präsentationen hatten wir auch verschiedene Formate, sehr produktive Diskussionen, gemeinsame Lesungen, wir haben gemeinsam über einige schriftliche Arbeiten und Artikel gesprochen. Das waren Formate, die meiner Meinung nach nur in physischer Kopräsenz stattfinden können. Wenn ich jetzt zurückblicke, denke ich, dass der inspirierendste Teil für mich, insbesondere als einziges internationales Mitglied der Organisationsgruppe, die Gespräche waren, die außerhalb des offiziellen Rahmens stattfanden. Die Präsentationen und Diskussionen waren großartig, aber der Teil, bei dem man miteinander ins Gespräch kommt und Verbindungen herstellt, ist genauso wichtig für eine solche Veranstaltung.

KP und HS: Dis(s)connect ist als Workshop von Doktorand*innen für Doktorand*innen angelegt. Macht sich das in der Tagung bemerkbar?

OM: Das denke ich auf jeden Fall, ja. Wir hatten verschiedene Präsentationsformen; einige Teilnehmer*innen stellten einen Auszug aus ihrer Dissertation vor, andere präsentierten den aktuellen Stand ihres Projekts oder ein aktuelles Problem innerhalb ihrer Arbeit. Für mich war es am interessantesten, zu sehen, wie die Doktorand*innen ihren eigenen Forschungsprozess aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Einige standen am Anfang, einige in der Mitte und einige am Ende ihrer Arbeit, sodass man die Entwicklung sehen konnte und wie die verschiedenen Teilnehmer*innen über ihre Projekte in verschiedenen Schritten und aus verschiedenen Blickwinkeln sprechen.

KP und HS: Beim Workshop handelte es sich um eine interdisziplinäre Konferenz. Welche Fächer waren vertreten? Welche Synergien gab es?

OM: Wir haben Bewerbungen aus verschiedenen Disziplinen bekommen, hauptsächlich aus der Theaterwissenschaft, aber auch aus der Medien- und Literaturwissenschaft sowie anderen Disziplinen. Aber ich denke, durch das Konzept „mediale Gefüge“ und seine Verbindung zu unserem alltäglichen sozialen Leben und Erleben als konzeptuelle Grundlage unseres Workshops, gab es eine Kombination von Perspektiven aus den Sozial- und Kulturwissenschaften und den Theaterwissenschaften. Die meisten Teilnehmer*innen kamen aus ähnlichen Disziplinen, aber die Art und Weise, wie sie die Themen ansprachen und ihre Projekte präsentierten, folgte einer breiteren Perspektive, einer eher kulturellen und sozialen Sichtweise, die sehr interessant war.

KP und HS: Gab es Themen, die sich durch verschiedene Präsentation durchgezogen haben?

OM: Da wäre sicherlich das Konzept der virtuellen Realität zu nennen oder die Digitalisierung von Theater und Performance, aber auch neue Ästhetiken in Bezug auf neu geschaffene künstlerische Formen, die das direkte Ergebnis der Pandemie sind. Diese Themen waren in den meisten Präsentationen zu finden, aber natürlich aus unterschiedlichen Perspektiven.

KP und HS: Hat der Workshop Dich für Dein eigenes Forschungsprojekt inspiriert, bzw. Dir für Dein eigenes Forschungsinteresse geholfen?

OM: Ja, es gab einige Vorträge, die mir sehr gut gefallen haben. Man muss wissen – als wir anfingen, war es ganz klar, dass wir vier verschiedene Grundthemen haben würden, die sich aus unseren eigenen Forschungsinteressen ergeben hatten. Zuerst dachte ich, dass ich nur den Projekten Aufmerksamkeit schenken werde, die mit meiner Forschung zu tun haben, aber im Laufe der Zeit sah ich die Verbindungen zwischen diesen vier Themen. Ich schenkte den Projekten, die zunächst weit von meinen Forschungsinteressen entfernt zu sein schienen, mehr und mehr Aufmerksamkeit, vor allem wegen der unterschiedlichen Methoden, die hier zur Anwendung kommen. Mir hat z. B. der Vortrag „Und wenn einfach alles Diskurs ist – was dann?“ sehr gut gefallen. Genauer gesagt hat mich der „anti-essentialistische“ Ansatz, den die Kollegin in ihr eigenes Projekt einbringt, und ihre Sichtweise auf das Konzept der Immersion inspiriert.

KP und HS: In welchen Formen wird Dis(s)connect in Zukunft fortgesetzt werden? Wisst ihr schon, ob es kommendes Jahr wieder eine Tagung geben wird und ob es schon einen Ort gibt?

OM: Wir bleiben mit den Teilnehmer*innen in Kontakt und haben auch alle miteinander verbunden. Wir als Organisationsteam wollen unser Bestes tun, um einen weiteren Workshop zu fördern und die nächste Entwicklung zu unterstützen. Es gibt Zusammenkünfte zwischen den Teilnehmer*innen, Lesekreise und Schreibgruppen, die aus dem Workshop hervorgegangen sind. Es gab bereits am letzten Tag des Workshops Kolleg*innen aus Bayreuth, Paderborn und Leipzig, die daran interessiert sind, eine vierte Ausgabe von Dis(s)connect in ihren Institutionen zu initiieren. Hoffen wir also, dass es klappt und wir im nächsten Jahr mit einer Neuauflage rechnen können.

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