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Gespräch über Albert Camus' "Die Pest" - SWR2

"Tout d’abord, et que ce soit ou non par l’effet d’une coïncidence, c’est à partir de ce Dimanche qu’il y eut dans notre ville une sorte de peur assez générale et assez profonde pour qu’on pût soupçonner que nos concitoyens commençaient vraiment à prendre conscience de leur situation. De ce point de vue, l’atmosphère de notre ville fut un peu modifiée. Mais, en vérité, le changement était-il dans l’atmosphère ou dans les cœurs, voilà la question.“ (Albert Camus, La peste, 1947). 

Der Protagonist des berühmten Romans von Albert Camus, der engagierte Arzt Dr. Rieux, stellt sich recht früh nach dem Ausbruch der Pest in seiner Stadt (Oran in Algerien) die Frage: Welche Auswirkungen hat das Einschließen der Menschen auf ihr Verhalten und ihre Denkweisen, wie gehen sie um mit Isolation, Tod und Trauer? 

Die literarische Antwort Camus’ auf einen solchen Ausnahmezustand interessierte zuletzt immer mehr Menschen – vor allem in Frankreich und Italien wird der Klassiker seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie vermehrt gekauft und gelesen. Weit über eine Deutung als antifaschistische Parabel hinaus, scheint der Roman einen Schlüssel für das Verständnis der Gegenwart zu bieten, wie Jürgen Ritte, regelmäßiger Gast am Frankreichzentrum und Professor für deutsche Literatur und Kultur an der Université Paris 3, Sorbonne Nouvelle im SWR erklärt.