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B14 Abschlusstagung - Macht Ohnmacht Zufall
Macht Ohnmacht Zufall - Spannnungsfelder der Aufführungspraxis, Interpretation und Rezeption im Musiktheater des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart
11.-13.02.2010, Akademie der Künste
Öffentliche Tagung
des Forschungsprojekts "Musiktheater im Spannungsfeld von Notation und Performance" des Sonderforschungsbereichs "Kulturen des Performativen" der Freien Universität in Kooperation mit der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste
Die Opern- und Musiktheaterforschung versteht sich traditionell in erster Linie als Kompositionsgeschichte. Weitgehend ausgeklammert bleibt hingegen die Frage der Aufführungsdimension. Diesem Desiderat widmet sich das Forschungsprojekt zum Musiktheater im Sonderforschungsbereich "Kulturen des Performativen" der Freien Universität Berlin. Die Begriffe Macht, Ohnmacht, Zufall sind in dieser Hinsicht in besonderer Weise geeignet, die Spannungsverhältnisse im Musiktheater (in Komposition, Regie und Aufführungspraxis) zu beschreiben. Wer hat die Macht über die Aufführung? Lässt sich der Zufall regieren? In der Oper des 19. Jahrhunderts versuchte man mittels genauer Festlegungen in der Partitur, Planbarkeit und Wiederholbarkeit zu garantieren und damit Macht über die Aufführungsrealität zu erlangen. Dagegen stehen Tendenzen im Musiktheater der Gegenwart, die Unbestimmtheit der Aufführung, und damit Zufall, bewusst in die Produktionen mit einzubeziehen. Die dreitägige, öffentliche Tagung beleuchtet Strategien im Musiktheater zwischen Machtausübung und Machtentzug. Vorträge und Diskussionen mit Wissenschaftlern und Künstlern treffen auf Performance und Installationen. Die Spannungsverhältnisse von Macht, Ohnmacht und Zufall konstituieren sich in verschiedenen Bereichen des Musiktheaters auf je spezifische Weise, die in in drei verschiedenen Sektionen reflektiert werden sollen.
Tag 1: Historische Aufführungspraxis und Regietheater
In der ersten Sektion wird es darum gehen, Möglichkeiten und Grenzen der Determination von Aufführung (z. B. durch Regie- und Ausdrucksanweisungen) in der historischen Aufführungspraxis und im Regietheater zu beleuchten.
Tag 2: Notierte/produktive Überforderung, Grenzen der Notation
Die zweite Sektion ist Notationsstrategien des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart gewidmet, die durch eine bewusste, notierte Überforderung bzw. Unterforderung der Interpretation an die Grenzen der Ausführung stoßen.
Tag 3: Musik im Konzert (Streit, Dialog) der Künste
In der dritten Sekton soll das sich gegenseitig beeinflussende Wechselverhältnis, die Machtbeziehung von Auditivem und Visuellem in musiktheatralen Aufführungen und Installationen betrachtet werden.


