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Neuerscheinung

19.12.2011

Wiebke Amthor / Almut Hille / Susanne Scharnowski (Hgg.): Wilde Lektüren.

Literatur und Leidenschaft. Festschrift für Hans Richard Brittnacher zum 60. Geburtstag, Bielefeld: Aisthesis 2012.

Der Sammelband misst die Dimensionen des Wechselspiels von Literatur, Wissenschaft und Leidenschaft anhand von theoretischen Überlegungen und vorwiegend literaturwissenschaftlichen Einzelanalysen aus. Als 'wilde Lektüren' sind dabei solche wissenschaftlichen Lese- und Interpretationsakte zu verstehen, die das Sinnliche in die Analyse einbeziehen und das Vergessene, Ausgeblendete, Archaische und Kreatürliche mit in den Blick nehmen. Die einzelnen Untersuchungen sind um folgende Themengebiete gruppiert: Phantastische Literatur und Intermedialität des Phantastischen, Kulturtechnik Lesen, Kulinarisches, Kanon/Abweichungen, Vom Umgang mit dem Bösen.

Zur Verlagsseite:http://www.aisthesis.de/


Inhalt:

Phantastische Literatur und die Intermedialität des Phantastischen
- Markus May: Phantastik und/als Kultur: Versuch einer Relationierung
- Clemens Ruthner: Phantastik und/als Liminalität
- Rolf-Peter Janz: Von Prag nach New York? Zu Kafkas Roman Der Verschollene
- Angelika Ebrecht-Laermann: Lügen als Passion. Über einige Möglichkeiten, die Wahrheit zu verwirren
- Thomas Koebner: Wie die Neuen den Tod gebildet. Filmische Allegorien der Boten aus dem Jenseits
- Almut-Barbara Renger: Verführung durch dunkle Mächte, Pakt mit dem Teufel, Erlösung durch Liebe. Perspektiven auf den Fantasyfilm Krabat

Kulturtechnik Lesen
- Günter Oesterle: Performativität der Dinge zwischen Fiebertraum und Unwetter. Annette von Droste-Hülshoffs Gedichtzyklus Ein Sommertagstraum
- Michael Rohrwasser: E.T.A. Hoffmanns Serapions-Brüder als Schule der Literatur
- Hartmut Eggert: Warzu lisest du frembde lieb? Über Leselust und die Geschichte der Romanlektüre
- Heinz Bude: Ein Mann verschwindet. Literarische und soziologische Evidenz an einem Fall sozialer Exklusion in Wilhelm Genazinos Roman Das Glück in glücksfernen Zeiten
- Wiebke Amthor: Jean-Jacques Rousseaus Pflanzen-Lesen. Wissenschaft und Belehrung aus Leidenschaft


Kulinarisches
- Klaus Laermann: Vom Essen und Lesen
- Franco Buono: Blut und Brot. Das Essen im Werk Bertolt Brechts
- Hendrik Hellersberg: Don Juan oder die Liebe zum Kulinarischen. Zur Transformation der ‚Tafel-Szene‘ in zeitgenössischen Don Juan-Romanen (Hanns Josef Ortheil – Peter Handke – Robert Menasse)
- Almut Hille: Märkische Rübchen und die Weltgesellschaft. Zur ‚Würze‘ der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
- Alexander Chertenko: ‚Der Apfel in der Schublade‘. Das Phänomen des Essens in Uwe Timms Prosa der 90er Jahre


Kanon/Abweichungen
- Gregor Streim: „Da kriegt der Mensch Empfindungen“. Nervosität und Emotionalität in Friedrich Maximilian Klingers Schauspiel Sturm und Drang
- Alexander Honold: Der Geist, der in die Beine fährt. Hermann Hesses Steppenwolf, ein Jazz-Roman aus Basel
- Michael Huppertz: Der Himmel wartet nicht. Kleists Verwirrung vor einer Seelandschaft von Friedrich, worauf ein Kapuziner
- Elisabeth K. Paefgen: „Me an’ my lonesome.“ Subjektive Perspektiven in Fernsehserien des 21. Jahrhunderts
- Susanne Scharnowski: Literatur für das Anthropozän. Die Ästhetik der berührten Natur in Dieter Bachmann: Unter Tieren und Andreas Maier/Christine Büchner: Bullau. Versuch über Natur

Vom Umgang mit dem Bösen
- Peter-André Alt: Der Schelm und die Nazis. Ordnungsstörung als pikareskes Prinzip im Erzählen über das Dritte Reich: Malaparte, Grass und Littell
- Karin Wieland: Das Schillern der „Zigeunerin“. Leni Riefenstahls Selbstinszenierungen im Film
- Hartmut Retzlaff: Logik und Phantasie. Die detektivischen Aporien des profiling
- Irmela von der Lühe: „Kein Schmerzenslaut kam mir über die Lippen. Zu Ernst Weiß’ Roman Der Augenzeuge

Zu den Autoren
Hans Richard Brittnacher: Schriftenverzeichnis


Wiebke Amthor, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, arbeitet derzeit an einer Habilitation über Warten und Erzählen. Forschungsschwerpunkte: Raum- und
Zeittheorien, Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts: Klassische Moderne, Paul Celan, Gegenwartsliteratur. Publikationen: Schneegespräche an gastlichen Tischen. Wechselseitiges Übersetzen bei Paul Celan und André du
Bouchet. Heidelberg 2006, Aufsätze zu Autoren des 18. und 20. Jahrhunderts, zum Warten und zu Venedig als Heterotopie.
Almut Hille, Juniorprofessorin für „Deutsch als Fremdsprache: Kulturvermittlung“ an der Freien Universität Berlin.
Forschungsschwerpunkte: Kulturstudien, Literatur- und Mediendidaktik im Fach Deutsch als Fremdsprache; Literatur des 20. Jahrhunderts. Wichtige Publikationen: Identitätskonstruktionen. Die „Zigeunerin“ in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Würzburg 2005; Mitherausgeberin des Bandes Weltfabrik Berlin. Eine Metropole als Sujet
der Literatur. Würzburg 2006.
Susanne Scharnowski, seit 2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin; 2008-2011 Geschäftsführerin der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule für
Literaturwissenschaftliche Studien (Freie Universität Berlin). Buchveröffentlichungen: „Ein wildes, gestaltloses Lied.“ Clemens Brentanos ‚Godwi oder Das steinerne Bild der Mutter‘ (1996); Übersetzen – Übertragen – Überreden (Mhg., 1999), Phänomene der Derealisierung (Mhg., 1999); Aufsätze zur Literatur des 19. u. 20. Jahrhunderts sowie zu
Erinnerungskultur und Geschichtspolitik.


 



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Stand: 17.02.2012

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