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Professur für Vergleichende und Indogermanische Sprachwissenschaft (gestrichen)

Univ.-Prof. Dr. Michael Meier-Brügger (am 13.8.2013 fünfundsechzig geworden) wurde am Ende des Monats September in den Ruhestand versetzt. Damit verbunden ist leider die Schließung der Indogermanistik an der FU. MMB bekommt - so im Berliner Streichjahr 2004 interuniversitär beschlossen - aus Spargründen keinen Nachfolger. Das wunderbare und äußert sinnvolle Fach hat damit keine Verankerung mehr in der FU-Planung, regulärer Unterricht und Forschung sind nicht mehr möglich. Ein Fach als FU-Vorzeige-Sparopfer, damit die andern im politischen Druck 2004 überleben konnten ... Das Präsidium musste ja irgendwie handeln, ein kleines Fach als Bauernopfer ... Schach-Bauern schreien nicht, man kann sie zur Not eben opfern ...

Dieser 2004 gefällte Entscheid ist beklagenswert und gereicht der eigenen Universität zum Schaden, alle, auch Mitglieder im heutigen Präsidium, geben dies im Gespräch unter der Hand zu. Die Indogermanistik ist in keinster Weise allein - wie damals leichthin behauptet - ein Forschungsfach, sondern hätte heute weiterhin breite Aufgaben in der Lehre. Ein historischer Sprachwissenschaftler in der Germanistik, Anglistik oder Romanistik kann diese Lücke niemals füllen. Er bleibt letztlich immer seinem Einzelfach verpflichtet.

Die Indogermanistik beschäftigt sich sprach- und fächerübergreifend mit der sprachlichen Vergangenheit Europas. Andere tun dies auch, aber eben, die Indogermanistik tut dies ex officio sprachübergreifend, fächerübergreifend und bringt Dimensionen, welche die sich modern gebenden Philologien nicht leisten können.

Ausgangspunkt der historisch vergleichenden, indogermanischen Sprachwissenschaft (kurz: Indogermanistik) sind die indogermanischen Sprachfamilien:

  • 1) Region Indien und Chinesisch-Turkestan: Indoiranisch mit Indisch und dem westlich anschließenden Iranisch; Tocharisch.
  • 2) Region Kleinasien, Griechenland und Balkan: — Seit dem 2. Jt. v. Chr. Anatolisch im Osten, Griechisch im Westen. — Seit dem 1. Jt. v. Chr. zusätzlich Phrygisch in Kleinasien. — Seit nachchristlicher Zeit zusätzlich Armenisch im Osten und Albanisch auf dem Balkan.
  • 3) Region der italischen Halbinsel: Italisch.
  • 4) Region Europa nördlich der Alpen: Keltisch, Germanisch, Balto-Slawisch.

Diese Sprachfamilien und ihre Einzelsprachen zeigen in großer Zahl Entsprechungen in allen möglichen Teilbereichen. Diese nehmen in älteren Sprachstufen signifikant zu. weiter

 

Letzte Aktualisierung: 10.10.2013

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